Unsicherheit bleibt hoch
Dax-Ausblick: Gefahren im Osten

Wie tief geht es noch abwärts? Der Dax hat jetzt die psychologisch wichtige 4 000-Punkte-Linie unterschritten und ein neues Jahrestief markiert. In der langfristigen Einschätzung zeigen sich die Marktbeobachter nach wie vor verunsichert. Kurzfristig lauern Gefahren im Osten.

HB FRANKFURT. Skeptiker und Optimisten argumentieren zur Begründung ihrer Sichtweisen derzeit um die Wette. Die einen sehen die Börse noch weiter und drastischer sinken, andere fahren zur Bestätigung ihrer Hoffnungen ebenso starke Geschütze auf. Über solche Mutmaßungen auf die lange Sicht hinaus blicken Börsianer derzeit besorgt auf Staaten in Osteuropa, die unter der Krise besonders stark leiden.

Die Furcht vor einem wirtschaftlichen Kollaps osteuropäischer Staaten werde den deutschen Aktienmarkt in der neuen Woche weiter belasten, meinen Börsianer. Betroffen seien vor allem Banken. "Die Leute sind in Hab-Acht-Stellung", sagt Marktanalyst Giuseppe Amato vom Brokerhaus Lang & Schwarz. "Sobald von dort neue Hiobsbotschaften kommen, werden die deutschen Finanzwerte unter Druck geraten, auch wenn sie im Vergleich deutlich weniger in der Region engagiert sind als beispielsweise österreichische Institute."

Und wieder einmal bringen Marktbeobachter die zurzeit üblichen Therapien mit den bekannten astronomisch hohen Summen ins Spiel: Die osteuropäischen Institute benötigen bis zu 150 Milliarden Dollar zur Rekapitalisierung, schätzt der Chef der Osteuropabank, Thomas Mirow. Weitere 200 Milliarden Dollar könnten benötigt werden, um einen Bankenzusammenbruch in der Region abzuwehren.

Von dieser konkreten Gefahr abgesehen, bleibt auch das Gesamtbild düster. Pessimistisch blicken daher auch die Experten der Landesbank Berlin blicken in die Zukunft: "Die jüngsten Kursstürze an den Aktienmärkten der Eurozone haben wieder einmal deutlich vor Augen geführt, dass weder in konjunktureller Hinsicht noch mit Blick auf die Finanzkrise Entwarnung gegeben werden kann. Von jederzeit möglichen, auch heftig ausfallenden technischen Gegenreaktionen abgesehen, dürfte daher der Druck auf die Aktienkurse vorerst bestehen bleiben."

Nach wie vor dominieren die Aktienmärkte der USA und die wirtschaftliche Entwicklung der weltgrößten Volkswirtschaft auch die Börsen diesseits des Atlantiks. Noch viel stärker als üblich hänge derzeit der deutsche Aktienmarkt am Tropf der Wall Street, betonen Börsianer. Für Hoffnung auf eine Trendwende der US-Konjunktur sei es noch zu früh. "Die USA haben ihr Konjunkturpaket zwar endlich verabschiedet", sagt einer von ihnen. "Aber bis die Maßnahmen greifen, dauert es einige Zeit." Daher seien weder vom US-Einkaufsmanagerindex am Montag noch von den Arbeitsmarktzahlen am Freitag positive Überraschungen zu erwarten.

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