Unternehmen enttäuschen Anleger: Ausblick: Dax steht auf Messers Schneide

Unternehmen enttäuschen Anleger
Ausblick: Dax steht auf Messers Schneide

Jetzt rücken die Unternehmen ins Blickfeld der Anleger. Die Berichtssaison läuft nun auch in Deutschland richtig an. In der kommenden Woche gibt es zudem Neuigkeiten zum Zustand der Konjunktur. Von beiden Fronten erwarten Beobachter nichts Gutes; mit Spannung werden Anleger aber darauf hören, wie die Experten die weitere Entwicklung einschätzen.

HB FRANKFURT. Von keiner Seite können Investoren derzeit Impulse erwarten, die einen nachhaltigen Schwenk der Kurse nach oben auslösen. Daher dürften sich die Anleger auch in der kommenden Woche bei Käufen zurückhalten. Das jedenfalls vermuten Analysten. Die Charttechniker unter ihnen erwarten allenfalls kurzfristige Erholungen - aber innerhalb eines übergeordneten Abwärtstrends. Das heißt: nach kurzen Anstiegsphasen brechen die Kurse wieder ein.

Damit rechnet auch Aktienstratege Wolfang Duwe von der Bremer Landesbank. Er erwartet für die neue Woche zwar steigende Kurse. "Das dürfte nur eine technische Erholung sein, weil der Markt schon so tief gefallen ist. Von den Fundamentaldaten her kann man nämlich noch keine Entwarnung geben."

Duwe steht damit nicht allein da. Experten erwarten weder von der Konjunktur- noch von der Unternehmensseite gute Nachrichten, so dass der Druck auf die Aktienkurse wohl auch noch eine Weile anhalten wird. "Die Berichtssaison wird eher belasten. Es dürften mehr Enttäuschungen als positive Überraschungen anstehen, vor allem was den Ausblick angeht", prognostiziert Volkswirt Jörg Rahn von MM Warburg. Er rechnet damit, dass die Unternehmen sich entweder gar nicht oder pessimistisch zum weiteren Jahresverlauf äußern werden.

„Es sieht nicht gut aus, das fundamentale Umfeld ist eine Katastrophe“, sagte Aktienhändler Thomas Stengl von der Postbank. Immer neue Gerüchte aus dem Banken- und Versicherungssektor lasteten auf der Stimmung. „Der Dax steht auf des Messers Schneide, und wenn die Marke bei 4 000 Punkten nicht hält, wird es bitter“, warnte er.

Auch die Aktienexperten der Landesbank Berlin (LBB) sind skeptisch: "Die bevorstehende Berichtssaison dürfte bei den Banken nochmals Schreckensmeldungen parat halten", schreiben sie in einem Marktkommentar.

Die weltweiten, milliardenschweren Konjunkturprogramme dürften kurzfristig wenig an dem aktuellen Stimmungsbild ändern. Sie "werden nur verzögert greifen können", glauben die Börsenexperten des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger. Da Investoren damit zurzeit wenig Anreize hätten, sich am Aktienmarkt zu engagieren, bleibe "Sicherheit das Motto der Stunde", schreiben sie in ihrer aktuellen "Marktmeinung aus Stuttgart".

"Es ist zu erwarten, dass die schlechte Stimmung auch im ersten Quartal noch anhalten wird", vermuten die Marktbeobachter mit Verweis auf die Unternehmensergebnisse. Doch auf mittlere Sicht zeigen sich die Stuttgarter durchaus optimistisch: "Für die darauffolgenden Monate sehen wir durchaus eine Beruhigung und bis Mitte des Jahres auch die Möglichkeit, dass der Dax wieder seine 5 500 Punkte erreichen könnte."

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