Unternehmen organisieren Fusionen ohne Hilfe von Investmentbanken: Immer mehr Übernahmen im Do-It-Yourself-Verfahren

Unternehmen organisieren Fusionen ohne Hilfe von Investmentbanken
Immer mehr Übernahmen im Do-It-Yourself-Verfahren

Rund 2,5 Mrd. Euro hat sich die Deutsche Telekom im vergangenen Mai die Übernahme des Mobilfunknetzes des ehemaligen US-Partners Cingular kosten lassen. Es war nicht nur die erste Milliardentransaktion des Ex-Monopolisten seit über drei Jahren, die Telekom verzichtete beim Coup ihrer US-Mobilfunktochter auch auf die Hilfe einer Investmentbank.

HB FRANKFURT/M. Eingefädelt und ausgeführt wurde das Geschäft vom hauseigenen Team für Fusionen und Übernahmen (M&A). Ein Beispiel, das auch bei anderen Unternehmen immer öfter Schule macht.

In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Konzerne eigene M&A-Abteilungen aufgebaut und ausgebaut. Immer öfter gehen auch große Transaktionen ohne die Beratung einer Bank über die Bühne. „Die schärfsten Konkurrenten der Investmentbanken sind nicht andere Banken, sondern die Unternehmen selbst“, sagt Ludger Kübel-Sorger Director bei der Beratungsgesellschaft Boston Consulting Group (BCG) in Frankfurt. Vor allem für Konzerne mit umfangreichen Kauf- oder Verkaufsprogrammen lohne sich der Aufbau von internem Know-How.

Die britische Fachzeitschrift Financial News hat errechnet, dass im vergangenen Jahr Übernahmen im Wert von rund 89 Mrd. Euro ohne die Hilfe einer Investmentbank zu Stande kamen. Zwischen den Jahren 2000 und 2003 sei der Anteil von Fusionen und Übernahmen ohne die Beteiligung einer Investmentbank von acht Prozent auf 13 Prozent gestiegen. In den ersten Monaten dieses Jahres hätten die Konzerne bislang ein Drittel aller Fusionen selbst strukturiert und abgeschlossen – ein neuer Rekord.

„Die Unternehmen sind in Sachen M&A sehr viel klüger geworden und können tatsächlich inzwischen vieles selbst machen“, sagt ein Frankfurter Investmentbanker. Dafür gibt es eine ganze Reihe prominenter Beispiele aus den vergangenen beiden Jahren: In Dänemark verhandelt der schwedische Energieversorger Vattenfall über den Einstieg beim Konkurrenten Elsam. Den Deal mit einem Wert von etwa 3,4 Mrd. Euro haben die Schweden selbst angebahnt. Auch die britische Bank Standard Chartered kam bei der Übernahme von ANZ-Project Finance ohne Investmentbank aus, der Wert des Zukaufes belief sich immerhin auf 1,1 Mrd. Euro.

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