Untersuchung der US-Behörden: Ist Warren Buffet systemrelevant?

Untersuchung der US-Behörden
Ist Warren Buffet systemrelevant?

Was würde passieren, wenn die Holding Berkshire Hathaway von Warren Buffet pleite ginge? Das untersuchen nun US-Behörden. Sollte das Investmentunternehmen systemrelevant sein, drohen strenge Auflagen.
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WashingtonBerkshire Hathaway, die Investmentholding von Milliardär Warren Buffett, wird von den Aufsichtsbehörden auf ihre systemische Bedeutung für das Finanzsystem geprüft, wie Bloomberg aus informierten Kreisen erfuhr. Dabei soll festgestellt werden, ob das Unternehmen für das Finanzsystem so wichtig ist, dass es unter die Aufsicht der Federal Reserve gestellt werden muss.

Die Überprüfung durch den Financial Stability Oversight Council (FSOC) bedeutet nicht automatisch, dass Berkshire in die Gruppe aufgenommen wird, erklärten zwei mit den Vorgängen vertraute Personen, die nicht namentlich genannt werden wollten. Es könne noch Monate dauern, bis eine Entscheidung falle. Zu dem Unternehmen gehört unter anderem der weltweit viertgrößte Rückversicherer.

Der FSOC, der von Finanzminister Jacob J. Lew geleitet wird, prüft derzeit, welche Finanzkonzerne außer den Banken die Finanzstabilität gefährden könnten, sollten sie zusammenbrechen. Die Fed kann diesen dann strengere Kapital-, Verschuldungs- und Liquiditätsanforderungen aufbürden und verlangen, dass sie sich Stresstests unterziehen.

Berkshire „macht damit Geschäfte, Risiken zu übernehmen“ über die Rückversicherungsgeschäfte, sagt Cliff Gallant, ein Analyst bei Nomura Holdings. „Sie nehmen anderen Volatilität ab und akzeptieren sie in ihrer eigenen Bilanz.“

Bislang wurden drei US-Konzerne außerhalb des Bankensektors als systemisch wichtig eingestuft: die Versicherer AIG und Prudential Financial sowie die Finanzsparte von General Electric Der größte US-Lebensversicherer MetLife wird noch überprüft.

In Basel will das Financial Stability Board im Juli darüber entscheiden, welche Rückversicherer als systemisch wichtig angesehen werden.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • Too big to save!
    -------------------
    Die von dem Finanzsektor erfundene 'Systemrelevanz'
    des 'too big to fail' dürfte sich inzwischen aufgrund
    des ausgeuferten CDS Marktes von 750 Billionen US$
    als reine Illusion erwiesen haben. So sollten sich
    die Retter und Regulierer mit dem Gedanken ver-
    traut machen, daß der Schattenbankenbereich sich
    inzwischen jeder Kontrolle entzogen hat und 'too
    big to save' geworden ist, zumal Berkshire Hatha-
    way, trotz seiner Größe, nur ein kleines Rad in
    diesem Getriebe sein dürfte und ein Jack Lew lieber
    seine Aufmerksamkeit auf den amerikanischen Haus-
    halt richten sollte, der 2014 mit einer zu refian-
    zierenden Schuld von 3,115 Billionen US$ und an-
    stehenden Zinszahlungen von 218 Milliarden US$ steht.

  • Habe irgendwo gelesen ,der arbeitet sehr wohl mit einem 1,6 Hebel.

  • Das ist allmählich irre! BH ist eine Holding und würde nicht einmal dann pleite gehen, wenn eine oder mehrere der wesentlich gehaltenen Gesellschaften pleite ginge. Es sei denn, Warren Buffet hätte die Käufe mit geborgtem Geld finanziert. Hat er aber nicht!

    Die Krake Staat kann es nicht lassen!

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