Untersuchungsbericht
US-Börsenaufsicht wirft Ratingagenturen Versagen vor

Die wichtigen Ratingagenturen versagen in Kernfragen ihres Geschäfts. So lautet ein Vorwurf der US-Börsenaufsicht SEC in ihrem ersten Untersuchungsbericht über die zehn größten Bonitätswächter.
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WashingtonDie wichtigen Ratingagenturen versagen nach Einschätzung der US-Börsenaufsicht in Kernfragen ihres Geschäfts. Den Bonitätswächtern gelänge es teilweise nicht, den methodischen Vorgaben zu folgen oder Interessenkonflikte zu vermeiden, bemängelte die SEC am Freitag in ihrem ersten jährlichen Untersuchungsbericht über die untersuchten zehn größten Agenturen. Darin wird den Ratingagenturen auch vorgeworfen, bei Veröffentlichungen nicht zeitgerecht und präzise zu arbeiten.

In dem Bericht werden unter anderem die beiden führenden Agenturen Standard & Poor's und Moody's genannt. Allerdings werden die Vorwürfe nicht einzelnen Agenturen zugeordnet.   „Wir erwarten, dass sich die Agenturen der Kritik zügig und effektiv annehmen“, erklärte die SEC. Der Jahresbericht wird in der sogenannten Dodd-Frank-Reform vorgeschrieben, die die Wall Street als Lehre aus der Finanzkrise sicherer machen soll.   

Bewertungen von Ratingagenturen sollen helfen, das Risiko einer Investition einzuschätzen. In der Finanzkrise stellte sich jedoch heraus, dass Agenturen wie Moody's, Standard & Poor's oder Fitch hochriskante Finanzprodukte zu positiv bewertet hatten. Die US-Börsenaufsicht hatte kürzlich die Arbeit von Standard & Poor's untersucht und bemängelt, dass die Agentur im Jahr 2007 ein Hypothekenpapier mit der Topnote bewertet hatte, das sich bald darauf als komplette Fehlinvestition erwies. S&P droht deswegen eine Strafzahlung.     

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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