US-Aktien
Die Rally nimmt kein Ende

Kleine Unternehmen und große Banken – sie alle profitieren von der Rally an der Wall Street. Gleich mehrere Indizes erreichten in der vergangenen Woche ein neues Hoch. Und es geht weiter, prognostizieren Experten.
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Der Börsenbarometer für US-Aktien kletterte in den vergangenen Wochen unermüdlich nach oben: Der Standard & Poor's 500 Index, der Russell 2000 Index für kleinere Unternehmen, der Dow Jones Index für Transportwerte und S&P 500 Financials Index – sie alle erreichten in der vergangenen Woche ihre Höchststände. Und die Zeichen stehen gut, dass es weiter aufwärts geht: Berechnungen zeigen: Immer, wenn die Indizes in den vergangenen 23 Jahren Rekordwerte erreichten, kletterte der S&P-Index im Schnitt weitere sechs Prozent hoch.

John Manley, Chef-Aktienstratege bei Wells Fargo Funds Management in New York, kommt freut sich über die steigenden Kurse. Aus der Bergfahrt der US-Aktien könne er absehen, dass sich die US-Wirtschaft etwas erhole, der Markt aber noch nicht überstrapaziert sei. „Auch die Geldpolitik der Fed ist immer noch locker“, sagt Manley, „Was könnte man daran nicht mögen?”
Auch Doug Ramsey, als Chief Investment Officer für Kapitalanlagen bei Leuthold Group in Minneapolis, sieht die Indikatoren mit Wohlwollen. Die Kursgewinne bei den Kleinunternehmen, Banken, Transportkonzernen und Firmen, die sensibel auf Konjunkturschwankungen reagieren, sprechen seiner Meinung nach dafür, dass die Rally noch nicht zu Ende ist. „Wir müssen den Einklang der Marktbewegung respektieren”, so Ramsey. „Solange wir keine Zerrissenheit sehen, spricht alles dafür, dass wir noch höhere Stände sehen werden.”
Von Januar bis Juni des laufenden Jahres stieg der S&P 500 so stark, wie seit 1998 nicht mehr. 460 der dort gelisteten Unternehmen haben im zugelegt – so viele wie seit 1990 nicht mehr. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge wurden mehr als 90 Prozent der S&P 500-Mitglieder in der vergangenen Woche oberhalb ihres rollierenden 200-Tages- Durchschnitts gehandelt. In den vergangenen 23 Jahren waren es lediglich 62 Prozent.

Kommentare zu " US-Aktien: Die Rally nimmt kein Ende"

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  • @Gaffel
    Dem kann ich nur uneingeschränkt zustimmen.
    Schon der Titel des Artikels "Die Rally nimmt kein Ende" ist an Unsinn nicht zu überbieten und fast ein Wink mit dem Zaunpfahl, die Aktienquote zumindest im US-Markt zu verringern und ggf. sogar aktiv auf reinigende Bärenmärsche zu setzen.

    Denn merke: Nichts in der endlichen Welt "nimmt kein Ende". Im Gegenteil: Naturgemäß ist das Ende um so näher, je mehr der Mensch der Hybris erliegt, anzunehmen, es gäbe kein Ende. Denn dann macht der Mensch Fehler. Er geht Risiken ein, die er teuer bezahlt.

    Schade, dass im Handelsblatt inzwischen soviel Schlichtheit herrscht, dass solche schlichten Wahrheiten unbemerkt unter den Tisch fallen.
    Der vorausschauende Trader schüttelt den Kopf, und der gesunde Menschenverstand sehnt sich nach besseren Zeiten, für die es aber wenig Raum und noch viel weniger mediale Plattformen gibt.

  • Um es mit Kostolany zu sagen: "Wenn die Kurse auf breiter Front steigen, dann befinden sich mehr "Dumme" als "Schlaue" im Markt. Zur Zeit kommen zu den "Dummen" aber noch die "Gierigen" hinzu. Eine grandiose Mischung für kleine und schnelle Gewinne, aber auch die Basis für exzessive Rücksetzer und Crashs, sobald der Markt dreht.
    Tägliche Schwankungen von Indizes in Größenordnungen von +/- 3-4% sind überdeutliche Zeichen für die Labilität der Märkte.
    Auch die Währungs- und Zinsjongleure halten das "Publikum des Finanzzirkus" nur noch mit großer Mühe im Zaum.
    Die Realwirtschaft entwickelt sich nicht mehr parallel zur Geldmenge, die sich gegenüber dem Wirtschaftswachstum um ein Vielfaches schneller erhöht. Die Mehrheit der Menschen - auch in unserem Land - verarmt zusehends oder verschuldet sich immer mehr.
    Das Ende wird so oder so kommen.
    Kostolany würde sagen: "...ein Börsengewitter reinigt die Luft..." aber ich fürchte, es wird eher nach dem Strategen von Clausewitz ablaufen, der die Behauptung aufstellte, daß ein Krieg der Höhepunkt einer jeden Kultur sei, wobei die Auslöser hierzu fast immer in wirtschaftlichen Interessen begründet sind...

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