US-Börsen-Ausblick
Wall Street vor Zahlenflut

Auch in der kommenden Woche stehen die US-Aktienmärkte ganz im Zeichen von Unternehmens- und Konjunkturzahlen. Dabei drohen nach der monatelangen Rally weitere Rückschläge, sollte die anstehende Datenflut enttäuschen.
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HB NEW YORK. Auch wenn die bislang vorgelegten Gewinnzahlen überraschend stark ausfielen, die US-Börsen kamen nur schleppend voran. Die Investoren wollen weitere eindeutige Hinweise dafür, dass die Wirtschaftserholung an Kraft gewinnt. Daher achten sie äußerst genau auf die Qualität der Zahlen und die Prognosen der Firmen.

Die Berichtssaion kommt in der kommenden Woche auf Hochtouren. Im Mittelpunkt stehen Unternehmen aus der Energie-, Telekommunikations- und Verbrauchsgüterbranche. So legen unter anderem Exxon, Chevron, Verizon und Colgate-Palmolive ihre Zahlen vor. Auch vom Kreditkartenriesen Visa werden Zahlen erwartet. Den Investoren reicht es dabei offenbar nicht, dass viele Firmen mit Sparmaßnahmen ihren Gewinn aufgemöbelt haben - viele wollen steigende Umsätze als Beleg für eine Erholung sehen.

"Ich werde auf Basis dieses Industrie-Querschnitts darauf achten, wie die Umsätze ausfallen und was die Unternehmen zur Lage der Gesamtwirtschaft mitteilen", sagte der Investment-Direktor von Hinsdale Associates, Paul Nolte. Mehr als alles andere stehe die Bestätigung der Konjunkturerholung im Mittelpunkt. "Die Kommentare, die wir bislang gehört haben, waren recht bedeckt. Es gab nur wenige Unternehmen, die rauskamen und gesagt haben: Es sieht großartig aus."

Auf Konjunkturseite rauscht auf die Anleger ebenfalls eine wahre Daten-Welle zu. Unter anderem stehen am Dienstag das Verbrauchervertrauen für Oktober an, am Mittwoch der Auftragseingang bei langlebigen Gütern und der Eigenheimabsatz September. Am Donnerstag folgen dann die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und die erste Schätzung des Bruttoinlandsprodukts für das dritte Quartal. Experten zufolge dürfte das BIP im abgelaufenen Quartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 3,2 Prozent gewachsen sein - der erste Anstieg seit mehr als einem Jahr. "Die BIP-Zahlen werden ziemlich wichtig sein", sagte der Marktanalyst Cleveland Rueckert von Birinyi Associates. "Es gibt noch immer eine Menge Leute, die sich fragen, ob diese Rally auf soliden Fundamenten steht und ob der Aktienmarkt einen Konjunkturaufschwung voraussagt oder nicht."

Die Börsen in New York hatten sich am Freitag mit Kursverlusten in das Wochenende verabschiedet. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,1 Prozent tiefer bei 9972 Punkten und damit wieder unter der vielbeachteten Marke von 10 000 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 1,2 Prozent auf 1079 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 0,5 Prozent auf 2154 Punkte. In Frankfurt ging der Dax mit einem Minus von 0,4 Prozent bei 5740 Zählern ins Wochenende. Auf Wochensicht gab der Dow um 0,2 Prozent nach, der S&P um 0,7 Prozent und die Nasdaq um 0,1 Prozent.

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