US-Börsen in der kommenden Woche
Wall Street im Konjunkturschatten

Harte oder weiche Landung? Diese Frage nach der Entwicklung der sich abschwächenden US-Konjunktur wird in der kommenden Woche das Geschehen an den US-Börsen beeinflussen, glauben Marktbeobachter.

HB NEW YORK. Anstehende Daten zur Inflationsentwicklung in den USA werden dabei - so die Expertenmeinung - Aufschluss über den Zustand der Konjunktur geben. Außerdem dürfte die Entwicklung des Ölpreises die Entwicklung an der New Yorker Wall Street in der kommenden Woche bestimmen. Positiv wird sich dabei nach Ansicht von Experten zu Beginn der Handelswoche der seit fünf Tagen rückläufige Ölpreis auswirken. Am Freitag stehen dann die August-Zahlen für den Anstieg der Verbraucherpreise auf dem Kalender. Diese dürften den Anlegern Anhaltspunkte für den weiteren zinspolitischen Kurs der US-Notenbank Fed geben.

In der vergangenen Woche war der Preis für ein Barrel US-Leichtöl um vier Prozent gefallen und notierte am Freitag zeitweise bei 66 Dollar - dem niedrigsten Stand seit April. Eine Grund dafür war die Erklärung von Ölkonzern BP, der Zustand eines wichtigen Abschnitts seiner Alaska-Pipeline sei sicher genug, um wieder angefahren zu werden. "Die Frage, die sich jetzt stellt ist ... Sind die Tage mit 75 bis 80 Dollar pro Barrel Öl vorbei?" sagte Barry Hyman, Aktienstratege bei EKN Financial Services in New York.

Der Rückgang der Ölpreise hatte bereits am Freitag den US-Börsen zu Gewinnen verholfen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete den Handel mit einem Plus von 0,54 Prozent bei 11.392 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 0,38 Prozent auf 1299 Punkte. Der Technologie-Index Nasdaq stieg um 0,49 Prozent auf 2 166 Zähler.

Entscheidend für die Börsenentwicklung im weiteren Verlauf der Woche sind nach Ansicht von Analysen die Inflationsdaten. Neben dem Verbraucherpreisindex gibt es Zahlen zur Industrieproduktion sowie den vorläufigen Index der Universität Michigan zum Verbrauchervertrauen für September. Investoren werden die Daten daraufhin untersuchen, ob sie Hinweise darauf geben, wie die künftigen Zinsentscheidungen der Fed ausfallen werden. Im vergangenen Monat hatte die Notenbank erstmals seit 17 Monaten die Zinsen nicht angehoben. "Die wahre Frage, die sich die Märkte stellen, lautet doch: Gibt es eine harte oder eine weiche Landung", sagte Hugh Johnson von Johnson Illington Advisors.

Bei den Unternehmen, die in der kommenden Woche die Ergebnisse für das dritte Quartal vorgelegen, ragen die Brokerhäuser Goldman Sachs und Lehman Brothers hervor. Als ein Zeichen für ein abgeschwächtes Wachstum haben die Experten ihre Prognosen für die Banken der Wall Street reduziert. Als Grund gaben sie einen stärker als erwartet ausgefallenen Rückgang beim Aktienhandel sowie bei Fusionen und Zukäufen an, den wichtigsten Einnahmequellen dieser Unternehmen.

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