US-Börsenaufsicht: Chefin der SEC tritt zurück

US-Börsenaufsicht
Chefin der SEC tritt zurück

Spekulationen gab es schon lange, nun ist es offiziell. Am 14. Dezember legt Mary Schapiro ihr Amt als Chefin der US-Börsenaufsicht nieder. Eine Nachfolgerin steht bereits fest.
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Washington/New YorkSchon länger wurde spekuliert, jetzt ist es amtlich: Mary Schapiro, Chefin der US-Börsenaufsicht SEC, tritt zurück. Sie werde ihr Amt noch bis zum 14. Dezember weiterführen und dann nicht mehr antreten, teilte die Behörde am Montagvormittag mit. Ihre Nachfolgerin werde zunächst Elisse Walter, teilte das US-Präsidialamt mit. Walter ist bereits seit 35 Jahren für die SEC tätig.

„Es war eine unglaublich dankbare Erfahrung, mit so vielen engagierten Mitarbeitern zusammenzuarbeiten, die jeden Tag bemühen, Investoren zu schützen und sicherstellen, dass unsere Märkte mit Anstand operieren“, sagte Schapiro in der Mitteilung.

Schapiro war die erste Frau an der Spitze der US-Börsenaufsicht und übernahm den Posten im Januar 2009. Die Behörde stand damals in der Kritik, ihrer Aufsichtspflicht nicht angemessen nachgekommen zu sein und damit zur Finanzkrise beigetragen zu haben. Schapiro kämpfte in der Folge für mehr Befugnisse für ihre Behörde. Sie optimierte Abläufe. In ihre Amtszeit fiel auch die Ausgestaltung des Dodd-Frank-Gesetzpakets, mit dem die Wall Street stärker an die Zügel genommen werden soll.

In den vergangenen beiden Jahren verfolgte die SEC so viele Verfahren wie nie zuvor. 2011 waren es 735 und 2012 waren es bislang 734, darunter ein Handelsskandal bei der größten US-Bank JP Morgan. Dieser ließ den Ruf nach einer härteren Regulierung von Kreditinstituten jedoch wieder laut werden.

In einem Zivilverfahren, das die US-Börsenaufsicht SEC gegen Goldman Sachs eingeleitet hatte, war es vor zwei Jahren zu einem Vergleich gekommen. Damals hatte die Bank 550 Millionen Dollar gezahlt, ohne eine Schuld anzuerkennen. Ähnliche millionenschwere Vergleiche schloss die SEC erst jüngst mit den Großbanken JP Morgan und Credit Suisse.

"Sie hat die SEC gerettet", zollte einer ihrer Vorgänger, Arthur Levitt, Schapiro Respekt. Bei ihrer Amtsübernahme habe die Behörde kurz vor dem Aus gestanden. Die SEC sei stärker und das amerikanische Finanzsystem sicherer, sagte US-Präsident Barack Obama.

In den vergangenen Jahren habe die SEC eine Rekordzahl an Verfahren angestrengt und an Autorität gewonnen. Der Behörde war vorgeworfen worden, durch allzu laxe Aufsicht zum Ausbruch der Finanzkrise beigetragen zu haben.

Neben Wall-Street-Banken bekamen das auch Insiderhändler wie Raj Rajaratnam oder Rajat Gupta zu spüren. Auch deutsche Unternehmen wie Daimler oder die Telekom gerieten ins Visier der amerikanischen Börsenwächter: Sie wurden zu Millionenzahlungen wegen Korruption verdonnert.

Während Schapiro dafür gelobt wird, den Ruf der SEC wiederhergestellt zu haben, wird sie vor allem von Verbraucherschützern dafür kritisiert, nicht hart genug gegen die Wall Street vorgegangen zu sein. So sei kein einziger Bankchef wegen der Finanzkrise zur Verantwortung gezogen worden.

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