US-Konjunkturdaten und Dollarschwäche belasten
Dax-Ausblick: Rally abgesagt?

Aktienanalysten sehen den Deutschen Aktienindex in der kommenden Woche eher auf Seitwärtskurs denn in einer Jahresendrally. Die Grundstimmung am Markt sei zwar positiv, aber Signale aus den USA belasten aktuell die Märkte.

HB FRANKFURT. Wie sensibel der Dax darauf reagiert, zeigte sich am Freitagnachmittag. Nachdem der US-Einkaufsmanagerindex, einer der wichtigsten Indikatoren an den Finanzmärkten, überraschend schwach ausgefallen war, drehte der Dax deutlich ins Minus und durchbrach die Marke von 6 300 Punkten nach unten. Die US-Zahlen deuten tendenziell auf eine Abschwächung der Konjunktur in der weltgrößten Volkswirtschaft hin. Eine baldige Zinssenkung durch die US-Notenbank (Fed) werde damit wahrscheinlicher, sagten Händler. Das wiederum verteuert den Euro und belastet die europäischen Exportwerte, was ebenfalls am Freitag klar zu beobachten war: Der Dollar gab weiter nach; der Euro stieg entsprechend auf mehr als 1,33 Dollar.

Die anhaltende Dollarschwäche und die zunehmenden Sorgen über den Zustand der US-Konjunktur werden auch in der kommenden Woche das Aufwärtspotenzial für den Dax begrenzen, glauben Beobachter. Die Grundstimmung am Markt sei zwar positiv, aber mangels anderer Impulse wirken die aktuellen Sorgen belastend. Von Unternehmen stehen wenige Nachrichten an. Daher sei ein ruhiges Geschäft zu erwarten, meinen Marktteilnehmer. „Wir hatten eine sehr rasante Kursbewegung in den vergangenen Wochen, jetzt geht so ein bisschen die Luft raus“, sagt Aktienstratege Markus Reinwand von Helaba Trust, der für die kommende Woche leichte Zuschläge beim Dax prognostiziert. „Zum Jahresende hin sollten wir nicht mehr allzu viel erwarten“, schätzt auch Rolf Elgeti von ABN Amro. Lediglich Übernahmespekulationen könnten noch einmal ordentlich Bewegung in den Markt bringen.

In der zu Ende gehenden Woche hat der Leitindex rund ein Prozent an Wert verloren und notierte am Freitagnachmittag bei rund 6 240 Punkten. In der Vorwoche hatte der Dax nur um drei Punkte die psychologisch wichtige Marke von 6 500 Punkten verfehlt. Vor allem der schwache Dollar sorgte Händlern zufolge aber in der zu Ende gehenden Woche für Verkaufsdruck und ließ die Aktienkurse der exportlastigen deutschen Unternehmen sinken. Der Euro hatte vor einer Woche zum ersten Mal seit anderthalb Jahren die Marke von 1,30 Dollar geknackt und hat seitdem weiter zugelegt.

Einige Marktbeobachter sehen nach den Rückschlägen nun wieder Aufwärts-Potenzial. „Durch diese Gegenbewegung an den Märkten besteht nun wieder die Chance, dass sich die Jahresschlussrallye fortsetzen kann“, schreiben die Börsenexperten des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger in ihrer aktuellen „Marktmeinung aus Stuttgart“. „Die Indizes deuten jedenfalls in diese Richtung.“ Auch viele Dax-Investoren erwarten nach den jüngsten Rücksetzern wieder steigende Kurse am deutschen Aktienmarkt. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfall die aktuelle Sentimentanalyse Daytradebrokers Clickoptions. Wie bereits in der Vorwoche setzen demnach 29 Prozent der Anleger auf einen kurzfristigen Aufschwung des Dax. „Die meisten Anleger rechnen damit, dass der Dax seinen Höhenflug weiter fortsetzen kann. Derzeit ist es schwer, pessimistische Meinungen zu finden“, sagt ClickOptions-Sprecher Richard Ohl.

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