US-Optionsbörse
ISE plant neue Produkte

Die New Yorker Optionsbörse ISE will nach Übernahme durch die Deutsche Börse weltweit wachsen. In diesen Zusammenhang will das Unternehmen neue Plattformen für den Handel alternativer Produkte wie Event-Derivate gründen. Aber auch der Erwerb anderer Börsen und Handelsplattformen sowie Kooperationen spielen in den Planungen eine Rolle.

NEW YORK. „Wir wollen unsere Position auf dem US-Finanzmarkt auch als Aktienbörse und als Markt für alternative Finanzprodukte weiter stärken“, sagt David Krell, Vorstandsvorsitzender, Präsident und Mitgründer der International Securities Exchange (ISE) in New York. Die erst im Mai 2000 gegründete ISE bezeichnet sich selbst als größte Optionsbörse in den USA. Sie hat in den vergangenen Monaten bereits erste erfolgreiche Schritte auch als Plattform für den elektronischen Handel von US-Aktien gemacht und das Gesamtvolumen der regionalen Aktienbörsen in Chicago, Boston und Philadelphia und der American Stock Exchange bereits übertroffen.

Nicht zuletzt das über sieben Jahre hinweg sehr beeindruckende Wachstum der Börse, deren Aktien seit dem 9. März 2005 an der New York Stock Exchange (Nyse) gelistet sind, hat das Management der Deutschen Börse im Frühjahr dieses Jahres veranlasst, den Aktionären der ersten vollelektronischen US-Optionsbörse ein Übernahmeangebot zu unterbreiten. „Wir sind optimistisch, die Transaktion im vierten Quartal dieses Jahres abschließen zu können“, sagt David Krell im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Die bisher mit der Deutschen Börse getroffenen Vereinbarungen sehen vor, dass der ISE-Markenname nicht nur erhalten bleibt, sonder sogar weiter ausgebaut und gestärkt werden soll. „Die Aktivitäten der ISE werden in Zukunft auch nicht nur auf Optionen und Aktien und auch nicht nur auf den US-Markt beschränkt bleiben“, kündigt Krell an. Er weist in diesem Zusammenhang zum einen auf die Gründung einer Plattform für den Handel alternativer Produkte wie Event-Derivate hin und auf der anderen Seite auf die vor geraumer Zeit mit der Toronto Stock Exchange (TSX) bereits abgeschlossene Kooperation. Diese sieht vor, dass beide Börsenbetreiber im Jahr 2009 in Kanada mit einer eigenen Optionsbörse an den Start gehen wollen.

Das „eindeutige Ja“ des ISE-Managements und vieler ISE-Großaktionäre zu der von deutscher Seite vorgelegten Übernahmeofferte beruhe auf der Erkenntnis, dass das Management beider Börsen seit Jahren eine ähnliche Philosophie vertritt und es zahlreiche andere Gemeinsamkeiten gebe, sagt Krell. Seit ihren Anfangstagen verfolge die Börse das klar abgesteckte Ziel, bessere und effizientere Märkte für Anleger zu schaffen. Man habe über die Jahre hinweg die Vorteile des modernen Technologie-Zeitalters genutzt, die andere Optionsbörsen in den USA nicht erkannt hatten, und so den Wettbewerb unter den Börsen kräftig belebt.

„Eine ähnliche Philosophie erkennen wir auch bei der Deutschen Börse“, sagt der für das operative Geschäft zuständige Gary Katz, der einer der ISE-Mitgründer ist. Katz wird Anfang des kommenden Jahres die Aufgaben David Krells übernehmen, der dann in die Rolle des Chairmans schlüpfen wird. „Wir streben eine gute Partnerschaft an“, sagt Katz.

Dass die Eurex – Tochtergesellschaft der Deutsche Börse AG und der SWX in der Schweiz – bei ihrem Versuch zur Gründung einer eigenen US-Terminbörse kläglich gescheitert ist, werfe keinen Schatten auf den jetzt geplanten Zusammenschluss. Vielmehr würden sich für beide Seiten nicht nur Synergie-Effekte auf der Kostenseite ergeben, sondern auch neue Wachstumschancen bieten, sagt Katz.

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