US-Zinsentscheidung steht an
Dax-Ausblick: In der Hand der Fed

Erstaunlich robust zeigte sich der Dax in dieser Woche. Ob es in den nächsten Tagen weiter nach oben geht oder ob die Kurse doch wieder nach unten abdrehen, hängt insbesondere von der US -Notenbank Fed ab. Ihre Zinsentscheidung dürfte den Märkten die Richtung weisen, meinen die Experten übereinstimmend.

HB FRANKFURT. Eine erstaunliche Rally legte der Dax in dieser Woche hin. Am Freitag übersprang der deutsche Leitindex sogar wieder die Marke von 8 000 Punkten. "Kommt jetzt die Jahresendrally oder ist sie vielleicht sogar schon da?“ Das fragten die Börsenexperten des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger bereits beim Start der Kurserholung. "Nach den starken Kursanstiegen der letzten Tage sieht es so aus, als ob die Investoren trotz schlechter Rahmendaten die Kurse nach oben treiben wollen“, schreiben sie in ihrer aktuellen "Marktmeinung aus Stuttgart“; "sämtliche fundamentalen Risiken bleiben unverändert bestehen, doch der Dax setzt zu einer erstaunlichen Gegenbewegung an und scheint alle Konjunktursorgen hinter sich zu lassen.“

Am deutschen Aktienmarkt dürfte es kommende Woche indes noch zu früh für eine vorweihnachtliche Besinnlichkeit sein. In den USA steht eine Zinsentscheidung an. Die Volatilität, also die Tendenz zu starken Kursausschlägen, könnte deswegen, aber auch aus anderen Gründen, noch einmal zunehmen. Nach Einschätzung von Experten könnte die US -Notenbank (Fed) mit ihrem Beschluss die Kurse noch einmal ankurbeln. Zugleich habe sich die durch Subprime-Krise, hohen Ölpreis und starken Euro eher pessimistisch gefärbte Grundstimmung der vergangenen Wochen wieder aufgehellt.

"Der Risikoappetit scheint sich zu normalisieren“, sagt Helaba-Aktienstratege Markus Reinwand. Grund sei die Hoffnung auf eine erneute Zinssenkung in den USA. Hinzu komme, dass die charttechnischen Voraussetzungen besser seien. "Beim Dax sehe ich durchaus die Chance, dass wir in diesem Jahr die Höchstmarke noch einmal überschreiten. Unsere Jahresendprognose liegt bei 8 200 Punkten“, prognostiziert Reinwand.

Skeptischer äußert sich dagegen LBBW -Stratege Steffen Neumann: "Ich sehe nicht den Impuls, der uns deutlich über die 8 000 hebt. Ich gehe eher von Gewinnmitnahmen nach einer Fed-Zinssenkung aus.“ Der Leitindex hatte im Sommer ein Rekordhoch bei 8 151 Zählern markiert. Die vom US-Immobilienmarkt ausgehende Krise führte dann zu Verkaufswellen an den Aktienmärkten.

Die Umsätze dürften bereits stark unter dem nahenden Jahresende leiden, meinen einige Händler. Wer nichts mehr tun müsse, werde auch nichts mehr tun. Ausgenommen sei "Window-Dressing“, also Fonds-Käufe und -Verkäufe vor dem Jahresausweis, und diese könnten besonders die zweite und dritte Reihe durcheinander wirbeln. Denn mit den kommenden beiden Wochen laufe auch das Jahr praktisch bereits ab, der Handel am Donnerstag und Freitag vor Silvester dürfte erst recht von dünnen Umsätzen, geringer Liquidität und dann auch vom Fehlen vieler Marktteilnehmer geprägt sein.

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