Verdacht auf Marktmanipulation
BaFin untersucht Börsenstatistiken

Die Finanzmarktaufsichtsbehörde BaFin plant eine Unterlassungsverfügung gegen Buchungspraktiken an deutschen Börsen. Sie sieht – wie aus einem dem Handelsblatt vorliegenden Schreiben hervorgeht – in so genannten Ausgleichgeschäften rechtswidrige Marktmanipulation.

HB FRANKFURT. „Ich beabsichtige, die beschriebene Praxis und deren Zulassung in der Börsenordnung zu untersagen“, so Georg Dreyling, Leiter der BaFin-Wertpapieraufsicht, in dem Schreiben, in dem die Börsen zu Stellungnahmen aufgefordert werden. Auf Anfrage wollte die BaFin nichts zu ihrem aufsichtsrechtlichen Vorgehen sagen.

Der Hintergrund: Makler sind an den Börsen verpflichtet, Privatkunden in gewissem Umfang Aktien zu verkaufen, die sie nicht besitzen. Im Anschluss kaufen sie die Titel selbst, um das eigene Depot auszugleichen. Dieses Geschäft wird an bestimmten Handelsplätzen auch als Börsengeschäft gezählt.

Die BaFin sieht darin eine Aufblähung der Börsenstatistik. Da Anleger die Wahl des Börsenplatzes auch danach entschieden, wo die meisten Geschäfte stattfänden, sei dies Marktmanipulation, heißt es in dem Schreiben. Die zweitgrößte und auf Kleinanleger spezialisierten Börse in Stuttgart weist dies zurück. „Wir können darin keine Marktmanipulation erkennen. Niemand versucht etwas zu verschleiern. In Stuttgart werden entsprechende Geschäfte gesondert gekennzeichnet“, sagte Geschäftsführer Rolf Deml.

Börsenstatistiken sind seit langem ein Streitpunkt, weil es keine bundeseinheitliche Zählweise gibt. Dies führt dazu, dass einzelne Börsen argwöhnen, die Konkurrenz rechne sich reich. Daher war gestern einhellige Meinung unter den befragten Börsenchefs, dass eine Vereinheitlichung wünschenswert wäre.

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