Verhandlungen mit Euronext-Aktionären
Arbeitnehmer in Frankfurt gegen Börsenfusion

Die Deutsche Börse stößt bei ihrem Versuch, doch noch mit der französisch dominierten Euronext zu fusionieren, auf Widerstand im eigenen Haus.

HB FRANKFURT. Die Arbeitnehmervertreter fordern in einem Brief an Börsenchef Reto Francioni den Abbruch der Fusionsverhandlungen. „Die beabsichtigte Fusion bringt Nachteile für die Deutsche Börse, deren Beschäftigte und den Finanzplatz Frankfurt“, heißt es in dem Schreiben der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat. Konkret sorgen sich die Beschäftigten um den Wegfall von Arbeitsplätzen vor allem im Bereich Datentechnik (IT).

Zu den Zugeständnissen an die Euronext könnte eine Auslagerung dieser Abteilung gehören, fürchten die Arbeitnehmervertreter. Außerdem würde die Mitbestimmung wegfallen, wenn der Firmensitz – wie von Francioni – vorgeschlagen, nach Amsterdam verlagert würde. Stattdessen sollte sich die Börse um Wachstum aus eigener Kraft und um technische Kooperationen mit anderen Börsen in Europa und den USA bemühen. Die Belegschaftsvertreter versuchen mit dem Aufbegehren, die Bemühungen des Managements zu torpedieren und die geplante Fusion von Euronext mit der New Yorker Börse (Nyse) zu verhindern. Alleine können sie dies jedoch wegen der Mehrheitsverhältnisse im Aufsichtsrat nicht.

Francioni und Aufsichtsratschef Kurt Viermetz hatten sich in der letzten Woche mit Euronext-Aktionären getroffen, um ihnen die Vorzüge der eigenen Fusionsofferte schmackhaft zu machen. Mittlerweile wird auch über eine Nachbesserung der Offerte spekuliert, die wie die der Nyse auf einer Kombination von Aktien und Bargeld beruht. Einem Bericht des Magazins „Euro am Sonntag“ zufolge plant die Börse eine Anhebung der Barkomponente ihrer Offerte. Außerdem wolle die Börse ihren Abwickler Clearstream abspalten. Im Umfeld der Börse wurde dieser Bericht aber dementiert.

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