Verzicht auf Feiertagshandel
Börse will nächstes Jahr an Pfingsten nicht öffnen

Die Gegner des Feiertagshandels an der Deutschen Börse haben einen ersten Achtungserfolg errungen. Der Pfingstmontag im nächsten Jahr wird Finanzkreisen zufolge erstmals seit dem Jahr 2000 wieder ein Tag ohne Börsenhandel sein.

FRANKFURT. „Weil in Großbritannien und den USA die Banken und Börsen geschlossen sind, prüft die Frankfurter Wertpapierbörse, an Pfingstmontag auf den Feiertagshandel zu verzichten“, heißt es.

Mit dem Verzicht auf den Wertpapierhandel an diesem Tag reagiert die größte deutsche Börse erstmals auf den Druck vieler Banken und der kleineren Börsen, denen der Handel an deutschen Feiertagen zu teuer ist. Sie lassen auch vor dem Hintergrund der Pfingstmontagspläne nicht locker. „Wir beobachten seit geraumer Zeit, dass die Umsatzvolumen der Banken an Feiertagen fallen, während die Fixkosten gleich bleiben. Eine Abschaffung wäre aus unserer Sicht diskussionswürdig“, sagte eine Sprecherin des Verbandes der Privatbanken BdB.

Eine Sprecherin der Deutschen Börse sagte zu den Handelsblatt-Informationen ausweichend, es gebe derzeit keinen Beschluss, den Feiertagshandel zu ändern. Traditionell wird der Handelskalender für das Folgejahr im November verabschiedet. Dem muss der Börsenrat, die Vertretung der Banken, zustimmen. Das Gremium tritt dieses Jahr am 12. Oktober zusammen.

Eingeführt wurde der Handel an den bundeseinheitlichen Feiertagen Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag und dem Tag der Deutschen Einheit im Aktienhype 1999, um in- und ausländischen Anlegern besseren Zugang zum Handel zu geben. Am 28. Mai, auf den im nächsten Jahr der Pfingstmontag fällt, ist in den USA allerdings Memorial Day und in London Summer Bank Holiday. Die ohnehin an Feiertagen geringen Börsenumsätze dürften daher weiter schrumpfen.

Die geplante Aussetzung des Handels am Pfingstmontag trifft auf breite Zustimmung. „Wir würden eine solche Entscheidung sehr begrüßen“, sagte ein Sprecher des zweitgrößten deutschen Handelsplatzes, der Börse Stuttgart. Die Stuttgarter hatten zuletzt den Widerstand gegen den Feiertagshandel angeführt. Der dortige Börsenrat hatte beschlossen, sofort auf Geschäfte an den genannten Feiertagen zu verzichten, wenn alle anderen Börsenplätze mitmachen sollten. Bislang scheitert dies aber an der Frankfurter Börse, die als einziger Handelsplatz internationale Kunden hat, die an Feiertagen in Deutschland aktiv sind. Der Feiertagshandel kommt ihr also zugute.

Für alle Mitarbeiter der Börsen wird Pfingstmontag im nächsten Jahr aber nicht frei sein. Obwohl der Handel ruht, wird nämlich auf Grund der EU-Vorgaben die Abwicklung von Wertpapiergeschäften an den Börsen geöffnet sein. Die entsprechenden Mitarbeiter werden daher ins Büro kommen müssen, um die Geschäfte vom Freitag zu bearbeiten. Ebenfalls durchsetzen konnte sich die EU nach Angaben des deutschen Kreditwirtschaftsverbandes (ZKA) damit, die Börsenabwicklung ab 2007 auch an Weihnachten und Silvester laufen zu lassen. Sie sieht in der bislang fehlenden Abwicklung in Deutschland an diesen Tagen ein Hindernis für den Kapitalverkehr in der Euro-Zone.

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