Vier Fragen an Markus Zipperer
„Die Maßnahmen zeigen Wirkung“

Wie geht es an den Börsen weiter? Helfen die Hilfspakete wirklich? Und welche Aktien sollten sich Anleger jetzt genauer anschauen. Anlagestratege Markus Zipperer von Credit Suisse steht Rede und Antwort.

Handelsblatt: Zuletzt sind die Börsen wieder abgestürzt. Wie geht es weiter?

Zipperer: Nach den massiven Kursverlusten infolge der Finanzmarktkrise und der globalen Wachstumsabschwächung suchen die Aktienmärkte im Moment ihren Boden. Es ist daher zu früh, von einer nachhaltigen Erholung zu sprechen, da die Belastungsfaktoren noch zu groß sind. Kurzfristig besteht allerdings die Chance auf eine kleine Rally, da viele Investoren über ordentlich Cash verfügen.

Helfen die politischen Maßnahmen, die Märkte dauerhaft zu stabilisieren?

Die größte Unsicherheit besteht im Moment darin, ob es bei einer Rezession bleibt oder die Weltwirtschaft in eine Depression abrutscht. Die jüngste Stabilisierung der Konjunkturdaten zeigt jedoch, dass die geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen Wirkung zeigen. Das macht etwas Hoffnung. Für eine dauerhafte Stabilisierung müssen aber Unternehmen und Konsumenten mit ausreichend Krediten versorgt werden. Das funktioniert nur, wenn das Vertrauen der Banken untereinander zurückkehrt und der Interbankenhandel wieder anspringt.

Auf welche Branchen sollte man jetzt setzen - und warum?

Der Fokus liegt weiterhin auf defensiven Sektoren mit stabilen Cash-Flows. Anleger sollten die Bereiche Telekommunikation, Gesundheit und Versorger bevorzugen, weil dort die Gewinne relativ stabil sind. Industrie- und Rohstoffwerte könnten interessant sein; nach den massiven Kursverlusten sind sie wieder sehr günstig bewertet.

Welche Regionen sind für Investoren derzeit interessant?

Aufgrund der hohen Exportabhängigkeit bleiben wir gegenüber der Eurozone - und Deutschland im Speziellen - weiterhin vorsichtig. Übergewichten würden wir die Region Emerging Markets Asien (China), die aufgrund der soliden Staatsfinanzen über eine hohe fiskalpolitische Flexibilität verfügt.

Jörg Hackhausen
Jörg Hackhausen
Handelsblatt Online / Reporter
Christian Panster
Christian Panster
Handelsblatt Online / Ressortleiter Finanzen
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