Volatile Woche erwartet
Dax-Ausblick: Markt ohne Richtung

Die aktuellen Arbeitsmarktdaten aus den USA und die Reaktion der Börsen darauf geben den Trend für die kommende Woche vor: Die Kurse dürften weiter kräftig schwanken. Dem Markt fehle eine klare Richtung, klagen Aktienstrategen. Allerdings stehen wieder einige Konjunktur-Nachrichten an.

HB FRANKFURT. In der abgelaufenen Börsenwoche hat der Dax zunächst gut drei Prozent zugelegt und sich damit auf das Niveau von Ende Februar hochgearbeitet. Doch die überraschend schwache US- Arbeitslosenquote im März und die unerwartet stark gesunkene Beschäftigtenzahl ließen den deutschen Leitindex wieder absacken - vor allem, nachdem auch die US-Börsen fielen. "Wir stehen nun vor einer eher datenarmen Woche. Aber zum Wochenausklang könnte es spannend werden, wenn Konjunktur- und Inflationsrisiken in den Blickpunkt rücken", prognostiziert Aktienstratege Michael Köhler von der LBBW.

Im Mittelpunkt des Interesses dürfte das von der Universität Michigan ermittelte Verbrauchervertrauen in den USA stehen, das am kommenden Freitag bekanntgegeben werden soll. "Alles andere als eine weitere Eintrübung der Stimmung wäre eine Überraschung", prognostizieren die Analysten der Commerzbank. Eine weitere Verschlechterung würde als zusätzliches Zeichen für einen Wirtschaftsabschwung gewertet - vor allem, nachdem US-Notenbankpräsident Ben Bernanke in der abgelaufenen Woche eine Rezession in der weltgrößten Volkswirtschaft nicht mehr ausgeschlossen hatte.

"Viel hängt für den Aktienmarkt davon ob, wie es mit der US-Wirtschaft weitergeht", sagt Strategin Anne-Kristin Yasuda von der Landesbank Berlin. Daten zu den ausstehenden Hausverkäufen liefern am Dienstag neue Details zum US-Immobilienmarkt, daneben wird das Protokoll der Offenmarktsitzung der Federal Reserve vom 18. März veröffentlicht. Die Woche endet mit den US-Import- und Exportpreisen für den Monat März sowie der Bekanntgabe des genannten Index der Verbraucherstimmung.

Neue Erkenntnisse über den konjunkturellen Zustand Europas erwarten Marktteilnehmer von Daten zur Industrieproduktion aus mehreren Ländern, darunter auch Deutschland. Der Zwiespalt zwischen Konjunktur und Inflation wird wohl auch den Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag prägen. Angesichts der bestehenden Inflationsgefahren wird allgemein davon ausgegangen, dass die EZB das Zinsniveau bei vier Prozent bestätigen wird, während in den USA die Zeichen auf weitere Zinssenkungen stehen. "Wir hätten zwar von der konjunkturellen Lage her einen Lockerungsschritt bei den Zinsen nötig, aber die Inflationsseite lässt dies derzeit nicht zu", erklärt LBBW -Aktienstratege Köhler.

Für die Entwicklung der Aktienkurse wird nach Experteneinschätzung wichtig sein, ob sich die deutschen Unternehmen weiterhin gegen einen europaweiten konjunkturellen Abwärtstrend stemmen können. "Für die nächsten Monate deuten die gut gefüllten Auftragsbücher sowie die soliden Stimmungswerte auf einen positiven Produktionstrend in der Industrie hin", erwarten die Analysten der Postbank.

Am Mittwoch lädt Daimler zur Hauptversammlung ein. Ansonsten erwarten Analysten von den Unternehmen in Deutschland zunächst wenig Impulse, da nur einige Firmen aus der zweiten und dritten Reihe Zahlen vorlegen. Allerdings befürchten Börsianer, dass im Vorlauf zur Berichtssaison einige Unternehmen mit Gewinnwarnungen für negative Überraschungen sorgen. Die Blicke der Investoren dürften sich zudem auf die beginnende Berichtssaison in den USA richten. Einen ersten Hinweis für die Gewinnentwicklung bei US-Firmen dürfte der Aluminiumkonzern Alcoa geben, der am Montag traditionell die Bilanzsaison eröffnet.

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