Volatilität der Märkte seit Anschlägen angestiegen
Aktienhändler bleiben vorerst nervös

An den Finanzmärkten waren die Schockwellen der Terroranschläge von London am Freitag bereits wieder abgeebbt. Einige Investmentbanker sprachen sogar davon, dass die Anschläge aus Sicht der Märkte ein „Non-Event“ gewesen seien. Doch ganz spurlos ist der Schock an der Finanzwelt nicht vorbeigegangen.

FRANKFURT/M. An den Finanzmärkten waren die Schockwellen der Terroranschläge von London am Freitag bereits wieder abgeebbt. Einige Investmentbanker sprachen sogar davon, dass die Anschläge aus Sicht der Märkte ein „Non-Event“ gewesen seien. Doch ganz spurlos ist der Schock an der Finanzwelt nicht vorbeigegangen. So habe sich die Gefahr terroristischer Anschläge plötzlich wieder im Bewusstsein der Marktteilnehmer eingegraben. „Die Bombenanschläge haben die Sommerruhe unterbrochen“, sagte Ken Tower, Chefstratege von Cyber-Trader Inc, einer Tochtergesellschaft des Brokerhauses Charles Schwab. Jetzt gehe die Angst um, dass dies möglicherweise nicht das einzige Attentat während der Sommermonate sein werde.

Eine leichte Nervosität der Finanzmärkte kommt vor allem in der stark gestiegenen Aktienmarkt-Volatilität – dem Maß für die Größe von Kursfluktuationen – zum Ausdruck. „Die Volatilität steigt immer dann, wenn größere Unsicherheit an den Finanzmärkten gesehen wird und höhere Risiken existieren“, sagte Walter Braegger von der Investmentbank UBS in London.

Besonders deutlich wird die letztlich jedoch gelassene Reaktion der Finanzmärkte in der Entwicklung der weltweit bekanntesten Volatilitäts-Indizes. So ist der von der Deutschen Börse berechnete VDax für Juli 2005 am Donnerstag innerhalb weniger Minuten von 11,65 Prozent in der Spitze auf über 18 Prozent geschossen. Dass der Index zum Schluss lediglich bei 13,10 Prozent errechnet wurde, sehen Beobachter als Indiz dafür, dass – im Gegensatz zum 11. September 2001 – keine Panik an den Märkten aufkam.

Der VDax drückt die von den Anlegern an der Terminbörse Eurex erwartete kurzfristige Schwankungsbreite – die so genannte implizite Volatilität – des Deutschen Aktienindex (Dax) aus. Die Volatilität kann daher also auch als Synonym für das Risiko des Aktienmarktes bezeichnet werden. Der Vola-Index gibt in Prozentpunkten an, welche Schwankungen in den kommenden 45 Tagen für den Dax erwartet werden. Grundlage für die Berechnung des Index sind die an der Eurex gehandelten Dax-Optionskontrakte. Inzwischen hat die Deutsche Börse auch einen VDax New errechnet, der die Erwartungen für die kommenden 30 Tage abbildet.



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