Von den wichtigen internationalen Märkten legt nur Tokio im ersten Halbjahr zu
Börsenbilanz fällt ernüchternd aus

An den großen Aktienmärkten und in den klassischen Boomregionen in Asien war im ersten Halbjahr kein Geld zu verdienen. Der Stagnation in Europa und den USA standen Verluste in China und Indien gegenüber.

DÜSSELDORF. Die Gewinner der ersten sechs Monate finden sich dagegen an ausgefalleneren Börsenplätzen wie Österreich – der ATX in Wien stellt die etablierten Indizes nun schon seit mehreren Jahren in den Schatten –, Ungarn oder in Südamerika wie Chile, Mexiko und Kolumbien. Als einzig großer Börsenplatz glänzt Tokio mit einem Plus von 10 Prozent.

Nach dem Boom in den neunziger Jahren und dem dreijährigen Absturz bis März 2003 ist Ruhe eingekehrt. Die großen Indizes wie Dow Jones, Standard & Poor’s 500 (New York) Deutscher Aktienindex (Dax), CAC 40 (Paris) und FTSE (London) bewegten sich im ersten Halbjahr praktisch nicht von der Stelle. Der Deutsche Aktienindex und der Euro Stoxx 50 gewannen weniger als ein Prozent.

Kräftig steigenden Unternehmensgewinnen in Europa und den USA im zweistelligen Prozentbereich, die nach Ansicht vieler Strategen höhere Kurse rechtfertigen würden, stehen Risiken gegenüber. Das teure Öl, der starke Euro, die steigenden Zinsen und viele weltpolitische Risiken lähmen die Investitionsbereitschaft der Anleger. „Die Initialzündung fehlt. Positive und negative Faktoren halten sich die Waage“, sagt Tammo Greetfeld von der Hypo-Vereinsbank. „Im Moment befinden sich die Märkte im Spannungsfeld steigender Zinsen und guter Fundamentaldaten“, meint auch Klaus Martini, Leiter der weltweiten Anlageberatung für Privatkunden bei der Deutschen Bank.

Positiv in Erinnerung bleibt, dass die Börsen Tiefschläge wie den Terroranschlag in Madrid im März ebenso gut wegsteckten wie den rasant steigenden Ölpreis im Mai. Obwohl der kostbare Rohstoff die Herstellungskosten vieler Unternehmen immer weiter verteuert und damit deren Gewinne schmälert, reagierten Anleger nicht mit einer Lawine an Verkaufsaufträgen.

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