Vormarsch des elektronischen Handels
NYSE prüft neue Regeln für Parketthändler

An der traditionsreichen New Yorker Börse könnten für einige Kursmakler auf dem Parkett bald neue Regeln gelten. Wie das "Wall Street Journal" am Freitag berichtete, will die New Yorker Stock Exchange (Nyse) den so genannten "specialist traders" mehr Freiheiten bei ihren Börsengeschäften einräumen. Gleichzeitig sollen aber auch ein paar ihrer Privilegien gestrichen werden.

rtr NEW YORK. Bereits seit Ende vergangenen Jahres prüft die Börse Veränderungen für diese Händler, die bei einer Transaktion auf dem Parkett zwischen Käufer und Verkäufer treten. "Das momentane System funktioniert nicht besonders gut", zitierte das Blatt den Leiter für den Bereich US-Märkte der Nyse, Lawrence Leibowitz. Mit den geplanten Änderungen werde dafür gesorgt, dass die Händlergruppe wieder in der Lage sei, Mehrwert für den Börsenhandel zu liefern. Allerdings müsse die US-Börsenaufsicht SEC die Änderungen erst noch absegnen. Leibowitz hofft, die Änderungen bis Ende September einführen zu können.

Dem Bericht zufolge sollen die Makler unter anderem künftig als "Designated Market Maker" agieren, also Kurse für spezielle Wertpapiere stellen. Sie sollen aber nicht mehr in der Lage sein, mit eigenen Computer-Algorithmen elektronische Wertpapieraufträge zu empfangen, bevor diese öffentlich angezeigt werden.

Der Vormarsch des elektronischen Handels ändert die Börsenwelt zunehmend und verdrängt die traditionellen Parketthändler. So könnten nach Einschätzung von Nyse Euronext-Chef Duncan Niederauer bis Ende des Jahres bis zu 20 Prozent der Stellen auf dem Parkett wegfallen. "Wir werden mehr Technologie einführen und einige Regeln ändern. (...) Ich schätze, es werden weniger Leute auf dem Floor gebraucht", erklärte Niederauer vergangenen Monat auf dem Reuters-Märktesummit in New York. Von vier Handelsräumen an der Nyse Euronext wurden allein im vergangenen Jahr zwei geschlossen.

Auf dem Parkett sind Niederauer zufolge derzeit rund 650 Lizenznehmer beschäftigt, die Belegschaft der von der Nyse übernommenen American Stock Exchange nicht miteingerechnet. Zudem arbeiten dort mehrere hundert Menschen, zum Beispiel Büropersonal.

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