Vorschau auf die neue Börsenwoche
Wall Street: Anleger blicken auf Öl und Leitzins

Der Ölpreis, die Inflation und zwei Reden von US-Notenbankchef Ben Bernanke werden der Wall Street Analysten zufolge in der kommenden Woche die entscheidenden Impulse geben. Insgesamt prognostizierten die Experten für die kommenden Handelstage wenig Kursstabilität an den US-Börsen.

HB NEW YORK. Am Freitag war der Ölpreis wieder über 60 Dollar pro Barrel gestiegen. Dazu beigetragen hatte die Ankündigung des Opec-Mitglieds Nigeria, Exportmengen zu reduzieren, sowie die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran über das umstrittene Atomprogramm der Islamischen Republik. In weiten Teilen der USA verharrten die Temperaturen zudem weiter unter dem Gefrierpunkt und trieben die Nachfrage nach Gas und Heizöl an.

Ein weiterer Anstieg des Ölpreises könne die Kursentwicklung in den kommenden Wochen an den US-Börsen maßgeblich beeinflussen, sagten Analysten. "Das Öl und der Wohnungsmarkt sind jetzt die Joker", sagte Harry Clark von der Clark in Philadelphia. "Wenn der Ölpreis über 60 oder 65 Dollar das Barrel steigt, könnte das den Markt auf Korrekturkurs bringen." In der vergangenen Woche hatte der Ölpreis in New York im Vergleich zur Vorwoche um 1,5 Prozent zugelegt.

Die Aktien-Indizes hingegen hatten im selben Zeitraum ein Minus verzeichnet. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte hatte zu Handelsschluss am Freitag mit einem Stand von 12 580 Punkten ein Minus von 0,45 Prozent verzeichnet. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,71 Prozent auf 1438 Zähler nach. Der Technologie-Index Nasdaq verlor 1,16 Prozent auf 2459 Punkte. Damit ergibt sich für den Wochenverlauf ein Minus beim Dow Jones von 0,57, beim S&P von 0,71 und bei der Nasdaq von 0,65 Prozent.

Mit dem Abflauen der Berichtswelle rücken den Experten zufolge die Konjunkturdaten wieder verstärkt in den Fokus der Anleger. Der Ölpreis-Anstieg hatte in den vergangenen Tagen zwar Aktienkursen der Ölmultis wie Exxon Mobil Auftrieb verliehen, am Gesamtmarkt jedoch die Angst vor einer sich beschleunigenden Inflation geschürt. So hatten sich auch positive Faktoren wie solide Quartalsberichte der Börsenschwergewichte Cisco Systems und eine fulminantes Börsendebüt der Fortress Investment Group insgesamt nicht durchsetzen können.

Starke US-Konjunkturdaten hatten die Hoffnungen auf eine Senkung der Leitzinsen durch die US-Notenbank in der ersten Jahreshälfte gedämpft. Nun herrscht am Markt eher die Erwartung, die Fed werde an dem aktuellen Zinssatz weiter festhalten. Hinweise auf den künftigen Kurs der Notenbank erhoffen sich Analysten und Investoren in der kommenden Woche von gleich zwei Bernanke-Reden.

Am Mittwoch soll der Notenbank-Chef vor dem Banken-Komitee des Senats sprechen und auch auf Fragen aus der Kammer antworten. Am Donnerstag wird er sich dann an den Finanzservice-Ausschuss des Repräsentantenhauses wenden und auch hier den Abgeordneten Frage und Antwort stehen. "Alles, was darauf hindeutet, dass wir auf eine Zinserhöhung zusteuern, oder vielleicht nicht so schnell wie die Leute hofften auf eine Zinssenkung, könnte zu einem Abwärtstrend führen", sagte Joseph Saluzzi von Themis Trading in Chatham.

Das internationale Handelsdefizit für Dezember soll am Dienstag vorgelegt werden. Einen Tag später stehen die Einzelhandelsumsätze für Januar auf dem Programm. Zum Ausklang der Handelswoche werden am Freitag auch der Erzeugerpreisindex für Januar sowie neue Zahlen vom US-Immobilienmarkt erwartet.

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