Vorschau auf die Woche
Experten sagen Ende der US-Börsenrally voraus

Die jüngste Rekordjagd an den US-Börsen ist nach Analystenmeinung vorerst zuende. Mit der neuen Berichtssaison dürfte Ruhe einkehren – allerdings auf sehr hohem Niveau.

HB NEW YORK. Bereits zum Wochenausklang hatten enttäuschende Arbeitsmarktdaten und eine Prognose der Regierung für eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums die Stimmung der Anleger gedämpft, hieß es unter den Experten. Von den Quartalsbilanzen und neuen Konjunkturdaten erhoffen sie sich nun Klarheit darüber, wie es um die weltgrößte Volkswirtschaft insgesamt und die Kauflaune der Verbraucher im Vorweihnachtsgeschäft im besonderen bestellt ist.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte hatte im Wochenverlauf an drei Tagen in Folge mit einem Rekordstand geschlossen. Angetrieben wurde er dabei von deutlich gesunkenen Ölpreisen und der Aussicht, dass die US-Notenbank Fed vorerst auf weitere Zinserhöhungen verzichten wird. Analysten rechnen nun mit einem Ende der Rally und möglicherweise schon mit fallenden Kursen in der kommenden Börsenwoche.

Am Freitag schloss der Dow mit Verlusten von 0,14 Prozent bei 11 850 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank um 0,27 Prozent auf 1349 Stellen. Die Technologiebörse Nasdaq gab um 0,28 Prozent auf 2 299 Zähler nach. Im Wochenverlauf legte der Dow 1,47 Prozent und der S&P 1,03 Prozent zu. Der Nasdaq-Index gewann 1,84 Prozent.

„Wir hatten einen langen Ansturm auf Aktien und stehen nun wahrscheinlich vor Verkäufen, gleich wie die Nachrichten lauten werden“, sagte Marktstratege Elliot Spar von Ryan Beck & Co. „Sollte sich die Wirtschaft tatsächlich abschwächen, muss man sich um die Unternehmensgewinne sorgen.“ Dies könnten die Anleger nun bei den anstehenden Quartalsbilanzen überprüfen.

Die Berichtssaison wird am Dienstag wie gewöhnlich vom weltgrößten Aluminiumhersteller Alcoa eröffnet. Als weiteres Börsenschwergewicht legt der Mischkonzern General Electric am Freitag seine Zahlen vor. Dazwischen steht unter anderem die Bilanz des Getränkekonzerns PepsiCo an. „Die Unternehmensgewinne haben zuletzt hintenangestanden und treten nun schnell wieder in den Vordergrund“, sagte Michael Panzer von Collins Stewart.

Auf Konjunkturseite dürften vor allem die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe am Donnerstag sowie die Zahlen zum Einzelhandelsumsatz im September, die US-Lagerbestände im August und die Daten der Universität Michigan zum Verbrauchervertrauen im Oktober am Freitag im Blickpunkt stehen. Am Montag wird allerdings mit einem geringeren Handelsvolumen gerechnet: Wegen des Feiertages „Columbus Day“ sind die Börsen zwar offen, die Kreditmärkte aber geschlossen.

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