Vorschau US-Aktienmarkt
Wall Street vor schwieriger Woche

Die Wall Street steht vor einer schwierigen Woche. Sollten die vielen anstehenden Konjunkturdaten unerwartet schlecht ausfallen und sich die jüngste Dollar-Schwäche fortsetzen, dürfte es nur eine Richtung für die Aktienmärkte geben: nach unten.

HB NEW YORK. Ein kleiner Hoffnungsschimmer könnte lediglich ein starker Auftakt des Weihnachtsgeschäfts an diesem Wochenende sein. "Wir könnten in eine Phase kommen, in der Aktien unter Druck geraten", sagte Michael Metz, Chef-Investmentstratege von Oppenheimer & Co in New York. "Ein Kursverfall beim Dollar dürfte weitere Gründe für Verkäufe liefern."

Der Euro war am Freitag erstmals seit anderthalb Jahren bis auf 1,31 Dollar gestiegen. Dies ließ an den Märkten Befürchtungen aufkommen, die Attraktivität der USA als Investitionsstandort könnte schwinden. Die Wall Street reagierte daraufhin nach dem Feiertag Thanksgiving mit Kursverlusten.

In der Wochenbilanz gab der Dow-Jones-Index 0,51 Prozent auf 12 280 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 0,02 Prozent auf 1 400 Zählern. Der Nasdaq-Composite dagegen stieg auf Wochensicht trotz der Freitag-Verluste um 0,59 Prozent und erreicht 2460 Punkte.

Gebannt schauen die Anleger nach diesem Wochenende auf die ersten Äußerungen der Einzelhändler zum Start des Weihnachtsgeschäfts. Sollten viele Verbraucher nicht nur gebummelt, sondern auch eingekauft haben, dürften die Aktienkurse der Warenhaus-Betreiber - wie der des Marktführers Wal-Mart - nach oben gehen. "Die Aktien werden nächste Woche Hilfe brauchen, und die Umsätze der Einzelhändler könnten einige Titel stützen", sagte Metz.

Der vergangene Freitag war offiziell der erste Tag des Weihnachtsgeschäfts und wird in den USA "Black Friday" genannt: In der Vergangenheit haben viele kleinere Händler an diesem einen Tag so viel eingenommen, dass sie Verluste des gesamten Jahres ausgleichen und in schwarze Zahlen umwandeln konnten.

An Daten warten die Investoren unter anderem auf die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) und der Preisentwicklung im dritten Quartal, die am Mittwoch anstehen. Am Dienstag werden bereits die Auftragszahlen für langlebige Güter sowie Daten zum Verbrauchervertrauen und zum Absatz bestehender Eigenheime bekannt gegeben. Zum Ende der Woche folgen schließlich die US-Absatzzahlen der Autobauer.

Sollten bei mehreren Statistiken negative Überraschungen auftreten, erwarten Experten Kursabschläge. "Es gibt sicher einige Warnsignale am Horizont, was die Konjunktur und die Aktien betrifft", sagte Hans Olsen, Investment-Experte von Legg Advisers in Boston. "Aber kurzfristig haben wir sicher noch einigen Grund optimistisch zu sein."

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