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Wall Street wartet auf Signale der Fed

An der Wall Street dürfte das Augenmerk in der kommenden Woche auf die Kommentare der US-Notenbank Fed gerichtet sein. Eine Zinserhöhung wird zwar nicht erwartet - die Experten werden am Dienstag das Protokoll der letzten Sitzung des zinsentscheidenden Offenmarktausschusses in diesem Jahr aber Wort für Wort nach Hinweisen auf die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage durchkämmen.

HB NEW YORK. "Die Besorgnis unter den Spielern nimmt zu", sagte Paul Mendelsohn, Chefstratege bei Windham Financial Services gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die US-Aktien haben die vergangene Woche zwar mit Kursgewinnen abgeschlossen - doch das Blatt könnte sich nach Einschätzung von Analysten schnell drehen, falls die Konjunkturdaten schwächer ausfallen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss die Woche mit einem Plus von 0,93 Prozent auf 12.307 Punkte ab. Der breiter gefasste S&P-500-Index stieg um 0,94 Prozent auf 1409 Zähler. Der Index der Technologie-Börse Nasdaq lag mit 2437 Punkten ein Prozent im Plus.

Kurz vor Weihnachten steht noch mehr als sonst der Konsum im Fokus. Am Freitag legt das US-Arbeitsministerium die Inflationsdaten für November vor. Entscheidend für die weitere Entwicklung der Aktienkurse sei, dass die Teuerungsrate niedrig genug bleibe, um die Konsumfreude der Amerikaner nicht abzuwürgen und so die Wirtschaft am Laufen zu halten, sagen Experten. Von Reuters befragte Volkswirte erwarten im Schnitt eine Teuerung um 0,2 Prozent, nachdem die Preise im Oktober im Schnitt um 0,5 Prozent zurückgegangen waren. Fed-Chef Ben Bernanke hatte zuletzt immer wieder seine Besorgnis über die Inflation ausgedrückt. Dabei habe er ein Inflationsziel von zwei Prozent auf Jahresbasis vorgegeben, sagte Neil Wolfson von Wilmington Trust. Derzeit liegt der Leitzins in den USA bei 5,25 Prozent.

Abgesehen von den Arbeitsmarktdaten vom Freitag waren die Konjunkturzahlen in den vergangenen Wochen hinter den Erwartungen der Analysten zurückgeblieben. Am Dienstag stehen nun die nächsten Zahlen zum Verbrauchervertrauen an. Experten erwarten daraus Rückschlüsse auf das laufende Weihnachtsgeschäft. "Die Einzelhändler warten elf Monate lang auf Dezember", sagte Wolfson. Es sehe im Moment etwas schlechter aus, aber nicht kritisch für die Einzelhändler. Auch von Unternehmensseite sind wieder Nachrichten zu erwarten. So legen etwa die Einzelhändler Best Buy am Dienstag und Costco am Donnerstag Geschäftszahlen vor. Auch die Ergebnisse des Softwarekonzerns Adobe Systems stehen am Donnerstag an.

Mit Spannung werde zudem die Ergebnisse der Investmentbanken Goldman Sachs am Dienstag und Bear Stearns sowie Lehman Brothers am Donnerstag erwartet. Die zahlreichen Übernahmen sowie der Höhenflug der US-Börsen haben das Geschäft der Institute zuletzt kräftig angekurbelt. "Es wird interessant sein, den Jungs an der Wall Street beim Geldverdienen zuzusehen, und sie verdienen viel Geld", sagte Tim Hartzell von Kanaly Trust. Wichtiger dürften jedoch die Hinweise auf den weiteren Fortschritt der Quartalssaison sein.

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