Vorstand arbeitet an neuem Handelssystem
New Yorker Börse stellt auf Elektronik um

Mehr als zweihundert Jahre lang handelte die New Yorker Börse (NYSE) ihre Aktien fast ausschließlich von Hand zu Hand. Doch damit ist bald Schluss. Unter Hochdruck arbeitet der neue NYSE-Chef John Thain daran, den Handel zu elektronisieren.

HB NEW YORK. „Unsere Kunden wollen zwischen automatischer und manueller Abwicklung wählen können“, sagte Thain bei einer Konferenz des US-Fondsverbandes ICI. „Wenn wir diese Optionen nicht anbieten, verlieren wir Marktanteile.“ In sechs bis neun Monaten will Thain ein so genanntes hybrides Handelssystem an der weltgrößten Börse etablieren. Dann soll ein Großteil der täglich gehandelten anderthalb Mrd. Aktien per Datenkabel den Besitzer wechseln, und nicht mehr per Handschlag zwischen Händlern. Bisher zählt die NYSE zu den letzten Börsen der Welt, die noch auf ein manuelles Auktionssystem setzen.

„Jetzt bewegt sich endlich was, darauf warten wir schon lange“, lobt Kevin Cronin, Leiter des Aktienhandels bei AIM, einer Tochter des Fondshauses Amvescap. Andere bleiben skeptisch. „Ob der äußerst komplexe Reformplan der NYSE den Investoren wirklich hilft, wage ich zu bezweifeln“, sagte Eric Roi-ter, Chefjustiziar des größten US-Fondshauses Fidelity, bei der ICI-Konferenz.

Die plötzliche Reformbereitschaft der NYSE hat zwei Gründe: Zum einen plant die US-Börsenaufsicht SEC grundlegende Änderungen der Handelsaufsicht. Sie will den Wettbewerb zwischen etablierten Börsen wie der NYSE und neuen elektronischen Handelsplätzen fördern. Das zwingt den Platzhirsch NYSE schon im Vorfeld zu mehr Offenheit. Gleichzeitig bröckelt die Vormachtstellung der NYSE durch den Vormarsch vollelektronischer Börsen wie der Reuters-Tochter Instinet, der Neugründung Arca-Ex und des New Yorker Lokalrivalen Nasdaq.

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