Vorwurf: Falschbilanzierungen
FJH-Aktie erholt sich trotz Ermittlungen

Der von Medien aufgebrachte Vorwurf gegen FJH ist schwerwiegend - es geht um angebliche Falschbilanzierungen. Nun wird gegen das Softwarehaus ermittelt. Das hat die Staatsanwaltschaft München bestätigt. Im Visier: die FJH-Vorstände und ein Wirtschaftsprüfer. Die Aktie konnte sich nach dem Kusstrurz vom Freitag wieder erholen.

HB FRANKFURT. Die im Technologieindex TecDax notierten FJH-Aktien verteuerten sich am Montagmorgen um mehr als 16 % auf 17,45 €. Am Freitag waren sie um mehr als 36 % auf 15 € eingebrochen. In einem Medienbericht hatte es geheißen, es liege der Staatsanwaltschaft München eine anonyme Anzeige gegen FJH vor, in der es „dem Vernehmen nach“ um Bilanzfälschung gehe.

„Die Kursgewinne am Montag sind eine Reaktion auf die kräftigen Verluste von in der Spitze 40 % am Freitag. Die Aktie ist wieder gefragt, weil sie nach dem Kurssturz relativ billig zu haben ist“, sagte Thomas Becker, Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. „Dennoch ist festzustellen, dass die Klage gegen das Unternehmen bleibt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Es gilt: im Zweifel für den Angeklagten“, fügte er hinzu. Mirko Maier, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg, sagte: „Es ist für mich nichts ersichtlich, was diese Vorwürfe der Bilanzfälschung erhärten könnte.“ Er empfiehlt ein „Halten“ der FJH-Papiere.

Die Staatsanwaltschaft München bestätigte unterdessen die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen die FJH-Vorstände und einen Wirtschaftsprüfer. „Die Vorwürfe in einer anonymen Anzeige sind gravierend“, sagte Anton Winkler, der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Vorwürfe lauteten auf Kursbetrug, Marktpreismanipulation, Betrug und unrichtige Darstellung der Unternehmensverhältnisse. Der Anwalt des Unternehmens habe Kontakt mit der Staatsanwaltschaft aufgenommen, um die Vorwürfe zu entkräften. Es gebe noch keine Hinweise, wer die Anzeige geschrieben habe.

FJH hatte am Freitagabend mitgeteilt, man habe erfahren, dass der Staatsanwaltschaft eine anonyme Strafanzeige vorliegt: „Sollte es sich - wie heute in Teilen der Presse berichtet - um den Vorwurf der Bilanzfälschung handeln, so weisen wir diesen entschieden zurück.“ Der Vorstand sei der Auffassung, dass es für derartige Anschuldigungen keinen Anlass gebe.

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