Wall-Street-Ausblick
Alle Augen auf den Hypothekenmarkt

Die jüngsten Turbulenzen an den Börsen stecken den Anlegern noch in den Knochen. Die bange Frage lautet: Wie wird die kommende Woche? Neben Konjunkturdaten und Quartalszahlen großer Investmentbanken wird es der Hypothekenmarkt sein, der die US-Börse bestimmt. Denn dort könnte es zu einer folgenschweren Pleite kommen.

HB NEW YORK. Spekulationen über einen drohenden Konkurs des Hypothekenanbieters New Century haben Investoren bereits in der abgelaufenen Woche nervös werden lassen. Sie befürchten, dass sich Schwierigkeiten in diesem Bereich negativ auf das Verbrauchervertrauen auswirken könnten.

New Century gehört zu den größten Unternehmen auf dem Markt für so genannte „subprime mortgages“ oder zweitklassige Hypothekendarlehen und leiht Kreditnehmern mit schlechter Bonität Geld. New-Century-Papiere gaben am Freitag mehr als 17 Prozent auf 3,21 Dollar nach, nachdem die Anteile bereits zuvor knapp 80 Prozent an Wert verloren hatten. Eine Insolvenz von New Century könnte den gesamten Markt in Mitleidenschaft ziehen. Zusammen mit dem schwächelnden Immobilienmarkt facht diese Aussicht bei den Anlegern Sorgen um die Kaufkraft der Verbraucher an.

An der Börse wird die Entwicklung des Verbrauchervertrauens besonders aufmerksam verfolgt, da dieses als Schlüsselindikator für das Wirtschaftswachstum in den USA und die Rentabilität der Unternehmen angesehen wird. „Das Schlimmste, das jeder Wirtschaft passieren kann, ist der Verlust von Vertrauen“, sagt Med Yones, Präsident der Wirtschaftsforscher vom Institute of Management in Las Vegas. Am Freitag veröffentlicht die Universität Michigan die vorläufigen Zahlen zum Verbrauchervertrauen für den Monat März. Experten rechnen mit einem Rückgang des Indikators von 91,3 auf 90,0 Zähler.

Ebenfalls am Freitag stehen die Daten zu den Verbraucherpreisen im Februar an, außerdem Zahlen zur Industrieproduktion. Am Donnerstag erwarten die Anleger Daten über die Entwicklung der Erzeugerpreise im Februar. Neben den Konjunkturdaten werden auch einige Unternehmenszahlen erwartet. So beginnt für die Investmentbanken die Berichtssaison mit Ergebnissen von Goldman Sachs, Lehman Brothers und Bear Stearns.

In der abgelaufenen Woche war der Markt bemüht gewesen, den Kursrutsch der Vorwoche zu korrigieren. Die Kursgewinne fielen jedoch mäßig aus, Anleger äußerten Zweifel an der Nachhaltigkeit der Entwicklung. Dennoch sind Analysten der Ansicht, dass die Entwicklung an der Wall Street langfristig in diesem Jahr nach oben gehen wird. Am Freitag schloss der Dow-Jones-Index der Standardwerte 0,13 Prozent im Plus bei 12 276 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte um 0,07 Prozent auf 1 402 Zähler zu. Der Nasdaq-Composite sank um 0,01 Prozent auf 2 387 Punkte.

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