Wall-Street-Ausblick
Arbeitsmarktdaten bestimmen US-Börsen

Die Wall Street steht nach der zuletzt ins Stocken geratenen Rally vor einer neuen Bewährungsprobe. Mit Spannung werden die Anleger auf eine Reihe neuer Konjunkturdaten blicken, weil sie die Aussicht auf eine Wirtschaftserholung zuletzt wieder pessimistischer einschätzten.

HB NEW YORK. Wichtigste Termine dürfte dabei die Veröffentlichungen der Zahlen zur Wirtschaftsleistung und zum Arbeitsmarkt in den USA sein. Vor allem die Arbeitslosenrate von derzeit 9,7 Prozent macht den Börsianern Sorgen, weil sie sich vor allem auf die Verbraucherausgaben und damit auf die gesamte Wirtschaft auswirkt.

"Habe ich einen Job oder habe ich keinen Job?" - das sei die entscheidende Frage beim Griff ins Portemonnaie, sagte Cummins Catherwood von Boenning and Scattergood. Deshalb seien die Arbeitslosenzahlen einer der wichtigsten Konjunkturindikatoren. "Es ist jedes Mal eine große Sache", fügte Catherwood hinzu.

Von Reuters befragte Experten rechnen mit dem Verlust von 180 000 Arbeitsplätzen im September, was eine Verbesserung im Vergleich zum Vormonat (minus 216 000 Jobs) wäre. Doch die Arbeitslosenrate könnte auf 9,8 Prozent steigen, so die von Reuters befragten Volkswirte. Fred Dickson von D.A. Davidson setzt seine Hoffnungen auf die Überstunden. Sollte es hier einen Anstieg geben, wäre dies ein erster Hinweis auf eine Trendwende am Arbeitsmarkt.

Die Hoffnung auf baldige Erholung nach der schweren Rezession hatte den Börsen bereits einen Höhenflug beschert. So stieg der S&P seit Anfang März mehr als 50 Prozent. Doch in der vergangenen Woche musste der Markt mit drei Verlusttagen in Folge einen Dämpfer hinnehmen. Der Dow Jones verlor auf Wochensicht 1,6 Prozent und ging am Freitag bei 9665 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 2,2 Prozent, der größte Rückgang auf Wochensicht seit Anfang Juli. Die Technologiebörse Nasdaq büßte zwei Prozent ein.

Anleger fürchten, dass die Rally im Sande verlaufen könnte, wenn die Regierungen aus ihrer Krisenpolitik des billigen Geldes aussteigen. Einige Rückschläge erlitt der Markt in der vergangenen Woche, weil die Zentralbanken Hinweise in diese Richtung gaben. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund dürften die Anleger die Äußerungen von Federal-Reserve-Chef Ben Bernanke vor einem Kongressausschuss zur Reform der Finanzaufsicht am Donnerstag mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgen.

Am Mittwoch schon werden sie die endgültigen Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) vom zweiten Quartal fest im Blick behalten. Bisher war ein Rückgang der Wirtschaftsleistung von 1,0 Prozent geschätzt worden. Eine Veränderung nach unten werde am Markt wohl nicht gut aufgenommen, sagte David Dietze von Point View Financial Services. Auf dem Konjunkturdatenkalender der Börsianer stehen zudem Zahlen zum Verbrauchervertrauen und zum Auftragseingang der Industrie.

Einige Analysten sehen Potenzial für einen Auftrieb der Aktienmärkte, weil Fondsmanager zum Quartalsende Geld aus den Anleihemärkten abziehen und in Aktien stecken könnten.

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