Wall-Street-Ausblick
„Die Leute fühlen die Effekte bereits“

Der hohe Ölpreis und die Inflationsangst dürften die US-Börsen auch in der kommenden Woche beschäftigen. Ein Grund dafür sind die ersten Meldungen, dass die hohen Rohstoffkosten auf die Kalkulationen der Unternehmen durchschlagen. Experten rechnen mit Gewinnwarnungen. Der milliardenschwere Investor Warren Buffett sieht die USA bereits in einer Rezession.

HB NEW YORK. Die Anleger dürften Ölpreis und Inflation umso größere Beachtung schenken, als in der nächsten Woche kaum wichtige Geschäftszahlen zur Veröffentlichung anstehen.

Die zu Ende gegangene Woche hatte den Hauptindizes die stärksten prozentualen Verluste seit einem Vierteljahr eingebracht: Der Dow-Jones-Index der Standardwerte sank um 3,9 Prozent, der breiter gefasste S&P-500-Index um 3,5 Prozent und der Nasdaq um 3,3 Prozent. Aufmerksam registriert wurde an den Märkten die Ankündigung des Kleenex-Herstellers Kimberly-Clark, die hohen Energie- und Rohstoffkosten mit Preiserhöhungen von sechs bis acht Prozent an die Verbraucher weiterzugeben. Auch Fords Abrücken vom Ziel, 2009 wieder schwarze Zahlen zu schreiben, erklärten Analysten teils mit der schwächelnden Konjunktur und dem explodierenden Ölpreis.

Börsenexperten rechnen nun mit Gewinnwarnungen in Branchen wie der Gastronomie, auf deren Angebote die Verbraucher bei knapper Kasse auch verzichten können. Hersteller von Waren des täglichen Bedarfs dürften dagegen eher die Preise anheben, erwartet Brandon Thomas von Portfolio Management Consultants. Dies werde womöglich den jeweiligen Aktien Auftrieb geben, aber zugleich die allgemeine Inflationsangst anheizen. „Die Konsumenten reduzieren zwar verschiebbare Ausgaben etwa für Haushaltsgeräte, aber sie brauchen Zahnpasta, Milch und alles andere“, sagte Thomas.

Aufschluss über die Preisentwicklung erwarten die Märkte etwa von dem am Freitag zur Veröffentlichung anstehenden Daten zu persönlichem Einkommen und Konsum. Sie beinhalten auch den Preisindex für persönliche Konsumausgaben, den die US-Notenbank als wichtigsten Inflationsmaßstab betrachtet. Erwartet wird ein auf 0,1 Prozent verlangsamter Anstieg. Am Donnerstag werden zudem die wöchentlichen Arbeitslosenzahlen und die revidierte Schätzung des Bruttoinlandsprodukts vorgelegt.

Am Montag bleiben die Märkte wegen des Feiertags Memorial Day geschlossen.

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