Wall-Street-Ausblick
Nervenprobe für die US-Investoren

Nächste Woche gibt es an der Wall Street nur ein Thema: den Showdown im Schuldendrama. Behalten die Investoren die Nerven? Unternehmenszahlen, unter anderem von Prudential und Pfizer, dürften in den Hintergrund geraten.
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New YorkShowdown in Washington, Zittern an der Wall Street: Der andauernde US-Schuldenstreit dürfte die Nerven der Investoren in der neuen Woche aufs Äußerste reizen und die Börsen weiter fest gefangen halten: „Derzeit wird der Gesamtmarkt komplett bewegt von der Schuldensituation, ob in Europa oder den USA“, sagte Marktstratege Rick Bensignor von Dahlman Rose. Und die Anleger reagieren schreckhaft auf jede neue Schlagzeile: Die Kursschwankungen sind momentan so stark wie seit dem Jahrhundertbeben in Japan im März nicht mehr.

Das verbissene Gezerre um eine Anhebung der Schuldenobergrenze ging an Wochenende in eine neue Runde. Für eine Einigung in letzter Minute bleibt Demokraten und Republikanern nur noch bis Dienstag Zeit. Sonst droht eine Zahlungsunfähigkeit mit weitreichenden Turbulenzen an den Finanzmärkten.

Selbst wenn die Kontrahenten rechtzeitig einen Notkompromiss aus dem Boden stampfen sollten, muss das - nach kurzzeitiger Erleichterung - kein Ende der Hängepartie bedeuten. Denn eine lediglich vorläufige Einigung fände womöglich nicht den Segen der mächtigen Ratingagenturen, und die USA könnten dann ihre Bonitäts-Spitzennote „AAA“ verlieren. „Es wird definitiv eine Herabstufung von S&P geben“, sagte Ken Polcari von ICAP Equities. Das Warten auf eine endgültige Lösung ginge weiter, was an den Märkten für neue Enttäuschung sorgen könnte, ergänzte er.

Zusätzliche Nackenschläge drohen durch neue Konjunkturdaten. Dabei sticht der Arbeitsmarktbericht für Juli heraus. Die Marktteilnehmer haben keine allzu großen Erwartungen nach dem herben Dämpfer am Freitag: Die größte Volkswirtschaft wuchs im zweiten Quartal nur um magere 1,3 Prozent - deutlich geringer als am Finanzmarkt erwartet.

Vereinzelt etwas Trost finden die Investoren allerdings vielleicht durch neue Unternehmenszahlen. Die Zeichen stehen günstig: 327 der Firmen aus dem breiten Börsenindex S&P 500 haben bislang ihre Quartalsberichte vorgelegt und 73 Prozent haben mit ihren Ergebnissen die Schätzungen von Analysten übertroffen, wie aus Daten von Thomson Reuters hervorgeht. „Einzelne Aktien zeigen - vor allem nach Geschäftszahlen - eine Eigendynamik“, sagte Bensignor. „Manchmal sogar bewegen sie sich um fünf bis zehn Prozent.“ In der neuen Woche sind Kraft Foods, Clorox, Pfizer und Prudential Financial an der Reihe. Die Hoffnung ruht auf ihren Schultern - die Wall Street hat die schwächste Woche seit einem Jahr hinter sich.

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  • alles nur muppet-show fürs tumbe volk. glaubt doch wohl niemand ernsthaft, dass die sich nicht doch noch in letzter minute irgendwie einigen werden.
    selten so gelacht. hahaha...

  • Das ich nicht lache! Nervenbrobe? Welche Nervenprobe? Diese Seifenoper ist in wenigen Stunden zu Ende. Diese Schmierenkomödie hätten sie sich sparen können. Es ist unerklärlich, wie drüben taktiert wird. Wenn es um den Dollar geht, werden hollywoodreife Inszenierungen abgezogen, um Aufmerksamkeit zu erzielen. Soll doch das ganze Theater vom wirklichen Kern ablenken, nicht wahr?
    Denen glaubt kein Mensch mehr, der halbwegs mit den Fakten vertraut ist. Am Montag steigen die Kurse drüben und hier in ungeahnte Höhen. Und es haben einige Finanz-schurken davor und danach am Taktieren verdient. Es ist so, und wird in Zukunft genau so wieder sein. Abscheulich!!!

  • @Affenzirkus
    Daß 9/11 ein inside job war, davon bin ich mittlerweile auch überzeugt.
    Aber was hat das mit dem Finanzdesaster zu tun?
    Kann natürlich sein, daß die Retter der Welt ihre Spielschulden nicht mit Spielgeld bezahlen wollen, sondern mit Smaragden aus Afghanistan.
    Afghanistan wird aber seine reichhaltigen Bodenschätze behalten und die Bankster in die Hölle schicken.
    Gut so.
    Das Römische Reich ist auch untergegangen, und jetzt wiederholt sich halt die Geschichte. So what?

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