Wall-Street-Ausblick
Stürmische Börsen-Zeiten dank „Irene“

Ein Hurrikan wirbelt die Märkte durcheinander: Kann angesichts der wütenden „Irene“ überhaupt gehandelt werden? Welche Schäden richtet der Sturm an? Versicherer stehen im Fokus, auch Konjunkturdaten finden Beachtung.
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New YorkGleich zu Beginn der neuen Woche könnte es turbulent an der Wall Street zugehen: Keine Konjunktur- oder Wetterdaten, sondern schlicht ein Naturereignis wird das Börsengeschehen bestimmen. Hurrikan „Irene“ dürfte die Händler umtreiben. Wo sonst die europäische Schuldenkrise und Rezessionsängste scharf beobachtet wurden, studieren Börsianer Satellitenbilder. Der Wirbelsturm soll New York am Wochenende erreichen. Teile der Acht-Millionen-Metropole wurden evakuiert. Erst im Laufe des Wochenendes wollen die US-Börsenbetreiber Nasdaq und Nyse entscheiden, ob der Handel am Montag pünktlich beginnen kann. Die Börse befindet sich im Financial District, der von Sturmböen und Überflutungen betroffen sein könnte.

Insgesamt sind an Ostküste 55 Millionen Menschen von extremen Winden, Regenfällen, Stromausfällen und Überschwemmungen bedroht. Es wird damit gerechnet, dass „Irene“ Milliardenschäden anrichtet. Das trifft vor allem die Versicherer. Bereits am Freitag fielen die Kurse der US-Versicherer Allstate und Travelers im Handelsverlauf auf Zwei-Jahres-Tiefs.

Nach „Irene“ legt sich der Fokus wieder auf die schwächelnde Konjunktur und den Arbeitsmarkt. Am Freitag steht die Veröffentlichung der Arbeitslosenzahlen im August an. Experten erwarten, dass die US-Wirtschaft 80.000 Stellen geschaffen hat. Die Arbeitslosenquote soll aber bei 9,1 Prozent stagnieren. US-Präsident Barack Obama hat bereits angekündigt, in der übernächsten Woche detaillierte Pläne für die Schaffung von Jobs vorzulegen. Während Anleger in der abgelaufenen Woche mit Spannung auf die Rede von US-Notenbankchef Ben Bernanke in Jackson Hole am Freitag gewartet hatten, stehen nun Obamas Vorschläge im Mittelpunkt. Fed-Chef Bernanke hatte seine Aufgabe erfüllt und den Aktienmärkten Auftrieb gegeben, in dem er Hoffnung auf eine dritte Finanzspritze machte, das sogenannte Quantitative Easing (QE3). Zugleich gab er den Staffelstab an die US-Regierung und den Kongress weiter. Er betonte, dort müsse die Grundlage für langfristiges Wirtschaftswachstum gelegt werden. „Die Märkte denken, dass sie nun Impulse von der Regierung erhalten“, sagte Analyst Lance Roberts von Streettalk Advisors.

Die mehrtägigen Talfahrten an den US-Börsen dürften dazu führen, dass der August für die Aktienmärkte der schlechteste Monat seit Februar 2009 wird. Bisher ist der Dow-Jones-Index im August um 7,1 Prozent gefallen, der S&P um 8,9 Prozent und die Nasdaq um zehn Prozent. Diese Verluste überlagern dann auch das Plus vom Freitag, als alle drei Indizes Gewinne verzeichneten.

Neben „Irene“ und dem Job-Bericht stehen zahlreiche Konjunkturdaten in der neuen Woche an. So werden unter anderem der ISM-Index, Zahlen zum Konsum und den persönlichen Einkommen sowie zum Auftragseingang in der Industrie veröffentlicht.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wenn man um 4 Uhr in der Früh ins Internet muss, ist das schon allein genug ohne jemanden gesehen zu haben! Sie kommen gerade von einem Arzt? Erzählen Sie!!! Aber erst, wenn Sie gelernt haben, zwischen den Zeilen zu lachen! Ihr Tag ist/war noch lang - es war ja gerade erst vier Uhr morgens.

  • Wie kann man nur soviel Blödsinn schreiben?
    Geht es Ihnen gut? Sie sollten einen Arzt konsultieren!

  • Die Finanzkrise begann in NY-Wallstreet. Wenige Leute dort zerstörten die private Altersvorsorge von Mio. Amerikanern, Europäern. Weniger Asiaten und Latinos, die erst in die Geldschwemme hinein kommen. "Das Imperium schlägt zurück!" so lautete ein Film. Der nun real wird. Wir werden sehen, wie Wallstreet überschwemmt werden wird. Stromkabel im 1882 gebauten, nahezu oberirdischen Stromkanalsystem werden überschwemmt, defacto futsch gemacht. Kein Computerhandel mehr möglich: Katastrophe, Resignation in vielerlei Weise sowie Deflation und Stagnation ja Totalabsturz folgen. Weltweit. Einfach weil Wallstrett nicht mehr "geht". Weniger Tage später steigen neue "Könige" auf. Vielleicht poltern die alt gewordenen, staubigen Chinesen auf dem internationalen Schachbrett nun lauter, rücken statt Turm nun König strategisch vor. Oder die Latinos rollen einen anderen Tsunami gegen die USA - wieder aus der Karibik...;-)) - an. Oder 3: alle helfen in Mitleid den mittlerweile durch Konjunkturhilfen staatlich regulierten USA.
    In der Zwischenzeit gibt es nur salziges Meerwasser zum Trinken, verschmutzte Fische mit Industrieabwässergeschmack sowie gewürzt mit Emulgatorenabfällen...für "volle Hosen" und Kommentatoren geschmackloser weil hohler Aussage wie "Hosenscheisser" kein Platz.

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