Wall-Street-Ausblick
US-Anleger warten auf Bankbilanzen

Auch in der kommenden Woche steht die Bankenbranche im Fokus der Börsianer in New York. Die Hoffnung der Anleger: Wenn auch die Zahlen von Branchenschwergewichten wie JP Morgan, Citigroup und Goldman Sachs wie die von Wells Fargo die Erwartungen übertreffen, könnte sich die jüngste Rally an den Märkten fortsetzen.

HB NEW YORK. Bericht erstatten werden in der kommenden Woche die JP Morgan, Citigroup und Goldman Sachs. Angesichts der tiefen Rezession werden Anleger ihr Augenmerk dabei vor allem auch darauf richten, ob die Banken wieder Kredite an Unternehmen und Verbraucher vergeben. Denn deren Ausgaben sind entscheidend für eine Erholung der Wirtschaft.

Hoffnungen auf ein Abflauen des Konjunkturrückgangs und eine leichte Stabilisierung des Bankensektors hatten die Kurse zuletzt gestützt. Der Dow legte in der vergangenen kurzen Börsenwoche 0,8 Prozent zu, der S&P 1,7 Prozent, der Nasdaq 1,9 Prozent. „Es sieht so aus, als ob der Markt die Rally fortsetzen will“, sagt Andre Weisbrod von Staar Financial Advisors. Viel werde jedoch von den tagesaktuellen Nachrichten abhängen. Nach Ansicht von Paul Nolte von Hinsdale Associates wird sich der Markt weiterhin stark auf Unternehmenszahlen und den Zustand der Banken konzentrieren.

Die Serie der Bankenzusammenbrüche setzte sich indes am Freitag fort: Die Einlagensicherung FDIC schloss die Cape Fear Bank aus Wilmington im Bundesstaat North Carolina und die New Frontier Bank aus Greeley in Colorado. Damit sind in diesem Jahr bereits 23 US-Banken zusammengebrochen.

Unterdessen erwägt die ehemalige Investmentbank Goldman Sachs dem „Wall Street Journal“ zufolge die Ausgabe neuer Aktien zur Beschaffung frischen Kapitals. Mit dem Geld wolle die Bank staatliche Hilfen zurückzahlen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Kreise. Dies könne bereits in der kommenden Woche angekündigt werden. Goldman legt am Dienstag Zahlen vor.

Auch Hinweise auf den Zustand der Realwirtschaft dürfte es in der kommenden Woche geben. So veröffentlicht am Freitag der Mischkonzern und Siemens-Konkurrent General Electrics seinen Quartalsbericht. Bereits am Donnerstag legen die Börsenschwergewichte Intel und Google nach Börsenschluss Zahlen vor. Zudem stehen in der kommenden Woche eine Reihe von Konjunkturdaten an, darunter Einzelhandelszahlen sowie Erzeuger- und Verbraucherpreisindex. Die US-Notenbank Fed wird mit der Veröffentlichung ihres „Beige Book“ ebenfalls Aufschluss über den Zustand der Wirtschaft geben.

Präsident Barack Obama sieht indes bereits Hoffnungsschimmer für die krisengeplagte US-Konjunktur. „Wir sehen Fortschritte“, sagte Obama am Freitag nach einem Treffen mit führenden Politikern und Vertretern der Finanzaufsicht im Weißen Haus. Es liege aber noch eine Menge Arbeit vor den USA. In den nächsten Wochen werde die Regierung zusätzliche Maßnahmen ergreifen, fügte er hinzu, ohne Details zu nennen.

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