Wall-Street-Ausblick
US-Börsen: Zittern vor Zahlen

Der Wall Street steht nach Einschätzung von Händlern eine turbulente Woche bevor. Auf die Börsianer kommt eine Flut von Geschäftszahlen und Konjunkturdaten, die Sitzung der US-Notenbank Fed sowie möglicherweise bereits die Ergebnisse der Banken-Stresstests zu.

HB NEW YORK. Die US-Regierung prüft derzeit den Kapitalbedarf von 19 Großbanken unter widrigen wirtschaftlichen Umständen. Am 4. Mai sollen die Ergebnisse veröffentlicht werden. Aktienhändler rechnen aber damit, dass erste Resultate schon vorher durchsickern. "Bis die Ergebnisse vorliegen, sollten Investoren mit heftigen Kursbewegungen an den Märkten rechnen", sagte Michael Sheldon von RDM Financial.

Viele Börsianer fragen sich weiterhin, ob die Regierung genug getan hat, um dem krisengeschüttelten Bankensektor zu helfen. Die Stabilisierung des Finanzsystems gilt als Voraussetzung für eine gesamtwirtschaftliche Erholung. Neben möglichen Neuigkeiten zu den US-Banken steht die neue Woche ganz im Zeichen der Bilanzsaison, die in die heiße Phase geht. Gleich fünf im Dow-Jones-Index notierte Unternehmen legen ihre Zahlen vor. Dazu zählen die Ölgiganten Exxon Mobil und Chevron, der Konsumgüterriese Procter & Gamble, der zweitgrößte US-Telekomkonzern Verizon Communications und der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer.

Bei den Konjunkturdaten in der neuen Woche haben die Börsianer vor allem eine Zahl im Auge: die erste Schätzung zum US-Bruttoinlandsprodukt für das erste Quartal am Mittwoch. Von Reuters befragte Analysten erwarten im Schnitt ein Minus von fünf Prozent, nachdem die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal 2008 um 6,3 Prozent geschrumpft ist.

Zur Veröffentlichung stehen unter anderem noch das Verbrauchervertrauen (Dienstag), der Einkaufsmanagerindex aus Chicago (Donnerstag) und der Einkaufsmanagerindex für die Industrie (Freitag) an.

Vom Offenmarktausschuss der US-Notenbank, der am Dienstag und Mittwoch zusammenkommt, erwarten Analysten nur wenig. Bei den Leitzinsen hat die Fed keinen Spielraum mehr nach unten und bereits im März hatte Fed-Chef Ben Bernanke den Kauf von Staatspapieren angekündigt. Allerdings warten die Marktbeobachter auf Aussagen der Notenbank zur Verfassung der US-Wirtschaft.

Im Fokus stehen dürften auch die Autobauer. Für den strauchelnden Autobauer Chrysler läuft Ende April eine Galgenfrist der Regierung aus. Bei den Verhandlungen über eine Restrukturierung des US-Autokonzerns haben sich die Gläubiger offenbar auf die Regierung zubewegt. Wie am Freitag aus Kreisen verlautete, boten die Kreditgeber einen Verzicht auf fast die Hälfte ihrer Ansprüche an. Im Gegenzug wollten sie einen 40-prozentigen Anteil in einem neu strukturierten Konzern, sagte eine mit dem Vorschlag vertraute Person.

Überraschend positive Geschäftszahlen und beruhigende Konjunkturdaten hatten am Freitag die US-Börsen beflügelt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete den Handel mit einem Plus von 1,5 Prozent bei 8076 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 1,7 Prozent auf 866 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte um 2,6 Prozent auf 1694 Punkte vor.

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