Wall-Street-Ausblick
Wall Street hofft auf den Senat

Nach dem schlimmsten Jahresauftakt in der Geschichte der Wall Street hoffen die Anleger in der kommenden Woche auf den US-Senat: Die Abgeordneten beginnen mit der Debatte über die Hilfsmaßnahmen von Präsident Barack Obama im Volumen von fast 900 Mrd. Dollar. Ohne eine Zustimmung könnten die US-Börsen wieder die Tiefstände vom November erreichen.

HB NEW YORK. Die Anleger erhoffen sich eine rasche Zustimmung des US-Senats zum neuen Konjunkturpaket. Vorige Woche hatte das Repräsentantenhaus Obamas Plan bereits abgesegnet, allerdings ohne eine einzige Stimme der Republikaner. Wenn sie mit einem Plan herauskommen, egal, wie der aussieht, dann wird der Markt nächste Woche ein bisschen anziehen, erwartete Warren Simpson von Stephens Capital. Ohne eine Zustimmung könne die Börse aber auch die Tiefstände vom November erreichen. Alle sind hier nervös, sagte Simpson.

Von Unternehmensseite werden in der kommenden Woche unter anderem Ergebnisse des Pharmakonzerns Merck & Co und des Handyherstellers Motorola erwartet. Außerdem warten auf die Anleger eine ganze Reihe von Konjunkturdaten, die das Bild einer tiefen Rezession im Land weiter verdüstern könnten. Die Investoren hatten erst am Freitag einen neuen Höhepunkt an schlechten Nachrichten verkraften müssen: Angesichts der Wirtschaftskrise strichen US-Unternehmen allein im Januar mehr als 200 000 Arbeitsplätze.

Am Donnerstag legen eine Reihe von Einzelhändlern Verkaufszahlen vor, die im Januar laut Schätzungen insgesamt um 2,4 Prozent gesunken sein könnten. Beim Schwergewicht Wal-Mart wird sogar mit einem Rückgang von 5,7 Prozent gerechnet. Die Ausgaben der Verbraucher machen in den USA zwei Drittel des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus, das im vierten Quartal mit einem Einbruch von 3,8 Prozent so stark zurückgegangen ist wie seit knapp drei Jahrzehnten nicht mehr. Auch Zahlen zum Verkauf von Eigenheimen am Dienstag sowie Quartalsergebnisse der führenden US-Hausbauer D.R. Horton und Pulte Homes dürften wenig Freude bei Börsianern auslösen. Bei den Konjunkturdaten startet die Woche mit Zahlen zum persönlichen Einkommen und Konsum für Dezember. Ebenfalls am Montag legt das Institute for Supply Management (ISM) Daten zur Industrieproduktion vor. Am Mittwoch folgen Zahlen des ISM zur Entwicklung im Dienstleistungsgewerbe sowie der Arbeitsmarktreport des privaten Dienstleisters ADP. Am Freitag schließlich legt die Regierung Zahlen zur Jobsituation vor. Branchenexperten fürchten, dass die Arbeitslosenrate im Januar um 7,5 Prozent auf den höchsten Stand seit September 1992 gestiegen ist.

Am Freitag ging der Dow-Jones-Index der Standardwerte 1,8 Prozent tiefer mit 8000 Punkten ins Wochenende. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 2,3 Prozent auf 825 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 2,1 Prozent auf 1476 Stellen. Im Januar gaben der Dow mit einem Minus von 8,8 Prozent und der S&P mit 8,6 Prozent so stark nach wie nie zuvor zu Anfang eines Jahres.

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