Wall-Street-Ausblick
Zinspolitik steht an US-Börsen im Fokus

Die Zinspolitik steht im Zentrum des Geschehens an den US-Börsen in der kommenden Woche. Mit Spannung werden die Händler an der Wall Street beobachten, ob die US-Notenbank wie von vielen erwartet eine Pause bei ihren Zinserhöhungen einlegt. Daneben werden im Lauf der Woche verschiedene Konjunkturzahlen veröffentlicht. Auch dem Krieg im Libanon gilt mit Blick auf den Ölpreis weiter die Aufmerksamkeit der Händler. Nur noch wenige Impulse sind von der zu Ende gehenden Berichtssaison zu erwarten.

HB NEW YORK. "Das Thema Nummer eins ist im Moment die Fed, und wir sehen, wie sich die Marktteilnehmer vor der Notenbanksitzung am Dienstag in Position bringen", sagte der Analyst Fred Dickson von der Consultingfirma D.A. Davidson & Co. Nach 17 Erhöhungen in Folge seit Juni 2004 liegt der Schlüsselsatz mittlerweile bei 5,25 Prozent. Für den Aktienmarkt sind hohe Zinsen eine Belastung, weil sie die Kreditaufnahme für Unternehmen und Verbraucher verteuern.

Entsprechend hatten die trüber als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktzahlen am Freitag die Stimmung der Händler vorübergehend beflügelt, weil damit der Druck auf die Fed abnahm, durch weitere Zinserhöhungen die Konjunktur zu bremsen. Allerdings drückte zugleich die Sorge über eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in den USA die Stimmung an den Börsen. Der Dow-Jones-Index schloss 0,02 Prozent im Minus bei 11 240 Punkten, der breiter gefasste S&P lag 0,07 Prozent niedriger bei 1279 Zählern. Der Nasdaq verlor 0,35 Prozent auf 2085 Punkte.

Hinweise zur Konjunkturentwicklung erwarten sich die Händler am Dienstag von den vorläufigen Zahlen zur Produktivität der US-Unternehmen im zweiten Quartal. Am Donnerstag wird die US-Handelsbilanz für den Juni veröffentlicht, am Freitag gilt das Interesse den Zahlen zum Einzelhandelsumsatz im Juli. Nach Einschätzung des Analysten Peter Dunay von Leeb Index Trader könnten diese Daten auch wichtig sein, um den Börsen zusätzliche Klarheit zu geben, falls die Fed keine eindeutigen Zeichen für ihren weiteren Kurs gibt.

Die Sorge über mögliche Auswirkungen des Nahost-Konflikts auf die Ölversorgung lenkt die Blicke weiterhin auf die Entwicklung im Libanon. Am Freitag hatte der Preis für US-Rohöl um 70 Cent auf 74,76 Dollar nachgegeben, nachdem der karibische Tropensturm "Chris" zu einem Tiefdruckgebiet abgestuft worden war. Zuvor war befürchtet worden, der Sturm könne zu einem Hurrikan werden und Bohrinseln im Golf vom Mexiko beschädigen.

Als Schwergewichte in der zu Ende gehenden Berichtssaison legen in dieser Woche der Netzwerkausrüster Cisco Systems, das weltgrößte Versicherungsunternehmen American International Group und der Erdgasförderer El Paso ihre Quartalszahlen vor.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%