Wall Street
Banken im Fokus

Eine der besten Börsenwochen seit dem zweiten Weltkrieg sollte die Händler in den USA eigentlich positiv stimmen. Doch noch immer sind es die Banken, die den Takt an der Wall Street vorgeben - und deren Schicksal ist immer noch alles andere als sicher.

HB NEW YORK. An der Wall Street sind sich die Börsianer nach der besten Handelswoche seit November nicht sicher, ob die Rally auch in den kommenden Tagen weitergehen wird. Obwohl das Börsenbarometer Dow Jones im Wochenverlauf um neun Prozent anzog und der breiter gefasste S&P mit einem Sprung von 10,7 Prozent die drittbeste Woche seit dem Zweiten Weltkrieg verzeichnete, sind die Sorgen der Investoren noch die gleichen wie zuvor. Bevor kein Plan zur Zukunft des Bankensystems vorliege, dürften sich für eine weitere Börsenrally vermutlich zu viele Anleger zurückhalten, sagte Peter Jankovskis von OakBrook Investments LLC.

Viele Händler konnten seit Januar beobachten, wie es an der New Yorker Börse mehrmals einen Schritt vor und zwei zurückging. Kurserholungen kehrten sich dabei ins Gegenteil um, sobald der Markt negativer tendierte. Zwar werten Anleger die Kursgewinne an vier Tagen in Folge in der vergangenen Woche als positives Zeichen, doch bedeutet das nicht zwangsläufig, dass das Schlimmste bereits überstanden ist. Trotz der Gewinne beläuft sich das Minus beim Dow Jones seit Jahresbeginn auf rund 18 Prozent, beim S&P auf rund 16 Prozent.

Vergangene Woche wurden die Börsenbarometer vor allem durch Äußerungen der Chefs von JPMorgan, Bank of America und Citigroup nach oben getrieben. Alle drei Geldhäuser arbeiteten nach Angaben ihrer Vorsitzenden zu Jahresanfang profitabel. Damit wurde die Sorge an der Wall Street vor einer möglichen Verstaatlichung eines oder mehrerer Institute gedämpft.

Auch in den kommenden Tagen dürften die Bankentitel wieder die Richtung an der Wall Street vorgeben. Anleger erwarten die Ergebnisse des sogenannten "Stress-Test" der Regierung, mit dem die Stabilität der jeweiligen Bank geprüft werden sollte. Zudem erhoffen sich die Börsianer mehr Details zum Bankenrettungsplan des US-Finanzministeriums.

Das zweitägige Treffen der US-Notenbank Fed dürfte an der Börse ebenso aufmerksam verfolgt werden. Mit einer Zinsrate bei annähernd null rechnen Analysten nicht damit, dass die Fed am Mittwoch Änderungen in der Zinspolitik bekanntgeben wird. Dagegen erhoffen sich Anleger und Analysten Aufschlüsse über weitere Maßnahmen, mit denen die Fed den Markt auf anderen Wegen mit Geld versorgen will. Auch Konjunkturdaten stehen in den ersten drei Tagen der Woche an. So werden am Montag Zahlen zur Industrieproduktion veröffentlicht, am Dienstag der Preisindex des produzierenden Gewerbes und Daten zum Bau neuer Häuser sowie am Mittwoch die Verbraucherpreise für Februar.

Am Freitag schloss der Dow-Jones-Index der Standardwerte 0,8 Prozent höher auf 7223 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verbesserte sich um ebenfalls um 0,8 Prozent auf 756 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq gewann 0,4 Prozent auf 1431 Punkte.

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