Wall Street
Börsianer hängen an Bernankes Lippen

Die US-Börsen dürften in der kommenden Woche weiter von Sorgen wegen der Hypotheken- und Kreditmarktkrise geplagt werden. Da bekommt jedes Wort des US-Notenbankchefs Ben Bernanke ein hohes Gewicht. Vor allem, wenn er im Kongress seine Einschätzung zur Lage der weltgrößten Volkswirtschaft bekannt gibt. Nächste Woche ist es wieder so weit.

HB NEW YORK. Absolut alles, was Bernanke sagt, habe das Potenzial, die Märkte zu bewegen, bringt es Portfolio-Manager Matt Kaufler von Clover Capital auf den Punkt. Am Donnerstag soll Bernanke vor dem Gemeinsamen Wirtschaftsausschuss des Kongresses seine Lageeinschätzung abgeben. Experten erhoffen sich dann Hinweise darauf, wie die weitere Geldpolitik der Fed aussehen wird.

Am Mittwoch hatte die Notenbank wie erwartet das zweite Mal in diesem Jahr den Leitzins gesenkt und damit zunächst eine Rally an den US-Börsen ausgelöst. Einen Tag später war die Kauflaune der Investoren aber schon wieder abgekühlt, da es derzeit alles andere als sicher scheint, dass weitere Zinsschritte dieser Art folgen werden. Stattdessen rückten die anhaltenden Sorgen wegen der Hypotheken- und Kreditmarktkrise wieder in den Vordergrund und belasteten vor allem die Finanztitel.

Auf Wochensicht verbuchten die führenden Indizes denn auch überwiegend Kursverluste: Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 1,53 Prozent nach, und der breiter gefasste S&P-500-Index büßte 1,67 Prozent ein. Lediglich der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 0,22 Prozent zu. Doch trotz der jüngsten Marktturbulenzen sieht die Entwicklung der Indizes für das Jahr gar nicht so schlecht aus. Der Dow verzeichnet bislang ein Plus von 9,08 Prozent, der S&P von 6,44 Prozent und die Nasdaq sogar von 16,36 Prozent.

„Der Tech-Sektor hat irgendwie den gesamten Markt gestützt“, sagt Investment-Stratege John Praveen von Prudential International Investments Advisors mit Blick auf jene Schwergewichte im Technologiebereich, die zuletzt ihre Bilanzen vorgelegt und die Anleger damit positiv überrascht haben. Zu den Unternehmen, die in diesem Sektor nun in den kommenden Tagen ihre Zahlen vorlegen werden, zählen etwa Sun Microsystems am Montag und Cisco am Mittwoch.

Darüber hinaus steht am Mittwoch der Quartalsbericht vom Versicherungsriesen AIG an, Walt Disney folgt am Donnerstag. Unter den Konjunkturdaten dürften der Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen für Oktober am Montag sowie die für Freitag angekündigte Handelsbilanz für September am spannendsten für die Investoren sein.

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