Wall Street erholte sich nach 11. September rasch
Attentate dämpfen Börsen nur kurz

Die Finanzmärkte haben gestern nach anfänglichen panischen Reaktionen auf die Terroranschläge auf Busse und U-Bahnen in London relativ schnell die Fassung wieder zurückgewonnen. Die europäischen Aktienmärkte halbierten ihre Verluste bis zum Mittag von rund vier auf gut zwei Prozent.

noh FRANKFURT/M. Auch die Anleiherenditen, die zunächst in Deutschland auf ein neues Rekordtief gefallen waren, normalisierten sich wieder. Auf den Devisenmärkten war die Reaktion von Anfang an relativ moderat.

Die Analysten der großen Investmentbanken rieten ihren Kunden gestern von übertriebenen Reaktionen ab. „Die anfängliche Reaktion der Finanzmärkte ebenso wie des Verbrauchervertrauens auf Terroranschläge hält oft nicht lange an“, beruhigte etwa Holger Schmieding, von der Bank of Amerika in London.

Die Analysten der Investmentbank Morgan Stanley wiesen darauf hin, dass sich die Marktreaktion normalerweise auf die ersten fünf Tage konzentriert und die Hauptreaktion in der Regel schon am ersten Tag stattfindet.

Nach den Bombenanschlägen auf mehrere Madrider Pendlerzüge am 11. März 2004 verlor der Deutsche Aktienindex am ersten Tag 3,5 Prozent und weitete seine Verluste in den Folgetagen, als immer mehr die Urheberschaft islamistischer Terroristen deutlich wurde, bis auf acht Prozent aus. Bereits am 5. April hatte der Dax jedoch wieder das Niveau vom 10. März erreicht. Der Madrider Aktienmarkt erholte sich ähnlich schnell.

Selbst die Terroranschläge auf New York und Washington am 11. September 2001 – so sehr sie die politische Landschaft der Welt veränderten – hatten im Nachhinein betrachtet nur kurzfristige Auswirkungen auf die Finanzmärkte.

Am 11. September brach der Dax zeitweise um 14 Prozent ein und schloss 8,5 Prozent tiefer bei 4 273 Punkten. Die Wall Street blieb damals fast eine Woche geschlossen. Nach zehn Tagen hatte der Dax seine Verluste auf rund zwanzig Prozent ausgeweitet, doch bereits am 11. Oktober handelten die Aktien der deutschen Großunternehmen wieder auf dem Niveau vom Tag vor den Anschlägen.

Selbst die Aktien von Touristikkonzernen wie der gestern stark gebeutelten Tui erholten sich seinerzeit nach den Madrider Anschlägen relativ schnell wieder. Wie die Analysten der Landesbank Rheinland-Pfalz feststellen, notierten die Aktien des Touristikunternehmens bereits drei Wochen nach den Anschlägen wieder auf einem ähnlichen Niveau wie zwei Wochen vor den Anschlägen.

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