Wall-Street-Skandal
Insider-Vorwürfe erschüttern neue Elite

Der Insiderskandal um Hedge-Fonds-Gründer Raj Rajaratnam rückt eine der erfolgreichsten US-Einwanderergruppen und eine Eliteschule in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Rajaratnam und zwei weitere Verdächtige, die in den wohl gravierendsten Fall von Insiderhandel in den USA seit Jahrzehnten verwickelt sind, kennen sich vom Elitecollege Wharton und gehören der aufstrebenden indischstämmigen Elite an.

NEW YORK. „Erfolg bringt immer Aufmerksamkeit mit sich. Aber das ist keine gute Publicity für indische Geschäftsleute“, sagte Rajiv Khanna, Präsident der Indisch-Amerikanischen Handelskammer.

Rajaratnam, dem Mitbegründer des Hedge-Fonds Galleon, wird vorgeworfen, mit Hilfe eines Netzwerkes von Insidern rund 20 Mio. Dollar an illegalen Gewinnen gemacht zu haben. Dabei sollen ihn Rajiv Goel, Angestellter beim Computerriesen Intel, und Anil Kumar, Direktor bei der Beratungsfirma McKinsey, geholfen haben. Alle drei haben ihren MBA an der Wharton School erworben. „Wie macht man Freunde in einem neuen Land?“, sagte Vish Mishra, Chef des indischen Unternehmerverbandes TIE im Silicon Valley, dem „Wall Street Journal“. „Rajiv Goel und Rajaratnam waren Collegefreunde. Das gibt es in jeder Gemeinschaft“.

Rund 25 Mio. Inder leben in den USA, kaum ein Prozent der Gesamtbevölkerung. Aber seit im Jahr 1965 starre Einwandererquoten abgeschafft und die Einbürgerung gut ausgebildeter Experten erleichtert wurde, zog es viele Inder in den US-Finanz- und Technologiesektor. Auch im Rechtssystem machten viele Inder erfolgreich Karriere, wie etwa der zuständige Staatsanwalt in dem Verfahren, der in Indien geborene Preet Bharara. Zu den bekanntesten Köpfe der neuen Elite gehört auch die Pepsi-Chefin Indra Nooyi. „Der Skandal ist einer unter vielen. Aber er zeigt, dass es bei uns auch schlechte Äpfel gibt“. sagte Vivek Wadha, Immigrationsforscher aus Harvard. ben

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