Wall Street
US-Aktien: Die Stunde der Giganten

Die Kurse an der Wall Street befinden sich im freien Fall. Erstmals seit zwölf Jahren ist der Dow Jones unter 7 000 Punkte gestürzt. Trotzdem spekulieren Profi-Investoren jetzt auf ein Comeback der US-Börsen. Oder gerade deswegen? Warum die Strategen auf Schwergewichte wie IBM, Wal Mart und Coca Cola setzen.
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FRANKFURT. Seit Beginn der Finanzkrise haben die US-Börsen kräftige Verluste verkraften müssen. Die wichtigsten amerikanischen Börsenindizes notieren inzwischen so tief wie zuletzt vor zwölf Jahren. Es hat sie sogar noch stärker erwischt als manchen europäischen Index. Zum Vergleich: Der Dax notiert noch rund 1 500 Punkte über dem Stand der letzten großen Börsenkrise im Jahr 2003.

Glaubt man Umfragen unter Investoren, dann hat sich die Laune seit dem Jahreswechsel etwas verbessert - trotz des Ausverkaufs in den vergangenen Wochen. Oder gerade deswegen? Nicht wenige US-Investoren setzen darauf, dass die Kurse an der Wall Street an der Wall Street ihren Boden erreicht haben oder nicht mehr weit davon entfernt sind. Experten berichten, dass institutionelle Anleger nun wieder verstärkt zugreifen. "Unter Portfoliomanagern zeichnet sich weltweit ein eindeutiger Trend hin zu US-Aktien ab", sagt Christian Preussner, Aktienstratege von JP Morgan. Die US-Aktienmärkte hätten die Überbewertungen der vergangenen zehn Jahre inzwischen ausgeglichen.

Auch für Hans-Jürgen Delp, Anlagestratege der Commerzbank, sind US-Aktien wieder attraktiv: "Wir setzen auf die USA, nachdem wir dort lange Zeit eher vorsichtig waren." Schwache Konjunkturdaten erinnern die Börsianer allerdings daran, dass eine Erholung der US-Wirtschaft noch immer nicht in Sicht ist. Zudem schaffen die Pläne zur Rettung des Finanzsektors momentan mehr Verunsicherung als Vertrauen. Der Eingriff des Staates bei der Citigroup heizt die Spekulationen weiter an, welches US-Institut als nächstes womöglich sogar komplett von der Regierung übernommen werden könnte.

Wichtig ist in so unsicheren Zeiten die Auslese. Während Finanzwerte zurzeit eher die Zocker anziehen, sollten sich langfristig orientierte Anleger an die Aktien halten, hinter denen solide Werte stehen. Profis schauen dabei besonders auf geringe Verschuldung, hohes Eigenkapital und stabile Mittelzuflüsse (Cash-Flows). "Wir richten unser Augenmerk auf Unternehmen, die sich unabhängig von der Lage am Aktienmarkt durch eine diversifizierte Umsatzgrundlage und solide Bilanzen gut behaupten", sagt John Armitage von der Investmentgesellschaft Schroders. Es gebe gerade in den USA eine große Zahl an großen, marktführenden Unternehmen, die zukünftig in der Lage sein würden, die Schwäche kleiner Mitbewerber auszunutzen.

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