Wall Street
US-Börsen im Banne der Konjunktur

Die US-Börsen werden in der kommenden Woche ganz im Banne von neuen Konjunkturdaten stehen, mögen die Staats- und Regierungschefs bei ihrem Treffen zur Finanzkrise beschließen, was sie wollen. Die Kurse hängen derzeit vielmehr von den konjunkturellen Aussichten ab, und da stehen einige wichtige Indikatoren an.

HB NEW YORK. Der Krisengipfel in Washington mag Vorschläge für eine umfassende Reform des internationalen Finanzsystems auf den Weg bringen. Kaum ein Börsianer verspricht sich jedoch nach zwei verlustreichen Wochen in Folge von dem Treffen einen Durchbruch, der in der kommenden Woche für einen nachhaltigen Aufschwung an den US-Börsen sorgen wird. "Es wird schwierig werden, Ergebnisse zu erzielen, die über das Wochenende wirklich etwas verändern", sagte Warren Simpson von Stephens Capital Management.

Die Staats- und Regierungschefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer kamen am Wochenende zusammen, um erste Konsequenzen aus der Finanzkrise zu ziehen und einen Fahrplan für den Umbau des Finanzsystems zu erarbeiten. Mit ersten konkreten Ergebnissen rechnen Experten aber erst nach einer Serie von Gipfeln. Daher verlieh auch die Aussicht auf das Treffen den Märkten in der vergangenen Woche keine Flügel.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging am Freitag mit einem Abschlag von 3,8 Prozent auf 8 497 Punkte aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 4,2 Prozent auf 873 Zähler, die Technologiebörse Nasdaq sogar fünf Prozent auf 1 516 Punkte. Im Wochenverlauf büßte der Dow fünf Prozent ein, während der S&P um 6,2 Prozent und der Nasdaq um 7,9 Prozent nachgab.

Das Geschehen an der Wall Street dürfte in den kommenden Tagen von einer Fülle an Konjunkturdaten und Quartalsberichten bestimmt werden. Die Aufmerksamkeit der Anleger wird vor allem wichtigen Indikatoren wie den Erzeugerpreisen am Dienstag und dem Verbraucherpreisindex am Mittwoch gelten. Marktteilnehmer wollen von ihnen weiteren Aufschluss über die Wucht und die Dauer des Wirtschaftsabschwungs gewinnen. Viele Investoren werden aber auch gebannt auf Daten aus Übersee achten.

Mit Spannung blicken viele Anleger zudem zum Ende der Berichtssaison auf eine Fülle von Quartalszahlen. Angekündigt sind unter anderem die Berichte von Target Corp, Dell, Home Depot, Gap und H. J. Heinz. Diese werden Händlern zufolge erahnen lassen, wie schwerwiegend die wirtschaftlichen Probleme sein werden.

In Atem halten wird die Wall Street auch das geplante 25 Milliarden Dollar schwere Hilfsprogramm für die Autoindustrie. Nach Angaben des demokratischen Mehrheitsführers Harry Reid wird der Senat am Montag über ein Paket für die taumelnden US-Branchenriesen General Motors, Ford und Chrysler beraten. Unklar blieb aber vor allem die Unterstützung der Republikaner in der Kammer, die über eine Sperrminderheit verfügen. Die Folgen des Zusammenbruchs der Investmentbank Lehman Brothers vor Augen warnten einige Börsianer vor einem Scheitern der Hilfen.

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