Wall Street
USA weiten Untersuchung wegen Insiderhandel aus

Die US-Behörden erhöhen den Druck auf Banker, Händler und Fondsmanager. Immer mehr Finanzfachleute, darunter auch namhafte, haben Vorladungen erhalten.
  • 0

HB NEW YORK. Die US-Behörden weiten ihre Ermittlungen gegen Insiderhandel an der Wall Street aus. Wie mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag sagten, haben die Bundesbehörden mittlerweile mehr als ein Dutzend Vorladungen an Hedge Fonds und andere Großinvestoren geschickt. Bereits am 22. November hatten die Ermittler erste namhafte Investoren vorgeladen - darunter Wellington Management und SAC Capital Advisors. Am gleichen Tag durchsuchte das FBI mehrere Hedge-Fonds in drei Bundesstaaten.

Die ersten Vorladungen gingen an Investmentfirmen, die mit dem unabhängigen Analysten John Kinnucan zusammengearbeitet hatten. Dieser wird verdächtigt, unter seinem Firmennamen Broadband Research Insider-Informationen über Technologiefirmen weitergereicht zu haben. Kinnucan betreibt ein so genanntes Experten-Netzwerk, aus dem er Informationen sammelt und an Fondsmanager weiterverkauft. Das ist prinzipiell nicht illegal. Allerdings glaubt das FBI, dass so auch Insidertatbestände weitergereicht wurden. Als die US-Bundespolizei ihn im November besuchte und ihn mit Wanzen versehen zu Kunden schicken wollte, verweigerte er die Zusammenarbeit. Zudem machte er die Ermittlungen öffentlich. "Ich habe nichts zu verbergen", sagte er kürzlich in einem TV-Interview.

Kinnucan ist mittlerweile in Teilen der Finanzbranche, aber auch unter Amerikanern, die im FBI nur den verlängerten Arm des bei vielen verhassten Washingtoner Establishments sehen, eine Art Volksheld. Er sonnt sich auch gerne in der Opferrolle. "Ich bin ziemlich sicher, dass ich irgendwann verhaftet werde. Das ist einfach die Art und Weise, wie die arbeiten", sagte er gestern.

Seite 1:

USA weiten Untersuchung wegen Insiderhandel aus

Seite 2:

Kommentare zu " Wall Street: USA weiten Untersuchung wegen Insiderhandel aus"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%