Wall Street-Vorbericht
US-Anleger hoffen auf Konjunkturpaket

Die kommende Börsenwoche könnte spannend werden. Der neue US-Präsident Barack Obama macht Druck, endlich die Konjunktur zu unterstützen. Sollten die Maßnahmen bald kommen, könnten sie der Wall Street einigen Schwung geben. Manche Beobachter sprechen von „einer der wichtigsten Wochen des Jahres“. Denn neben die Hoffnungen treten auch ernste Befürchtungen.

HB NEW YORK. Anleger setzen auf solche positiven Signale aus Washington. Gleich am Montag will Finanzminister Timothy Geithner seine weiteren Pläne für die Rettung der Finanzbranche vorstellen. Die Investoren hoffen zudem auf eine rasche Verabschiedung des milliardenschweren Konjunkturprogramms. Darüber will der Senat am Dienstag abstimmen. Am Freitag haben die Senatoren eine Einigung erzielt.

Allein die Aussicht auf das Konjunkturpaket und weitere Maßnahmen aus dem Banken-Rettungspaket hatte zuletzt die Stimmung aufgehellt und trotz schlechter Wirtschafts- und Unternehmensdaten eine wahre Rally ausgelöst. "Die nächste Woche könnte eine der wichtigsten Wochen des Jahres 2009 werden", sagte Thomas Lee, Aktienstratege bei JP Morgan. "Welcher Plan auch vorgestellt wird, er wird den Rahmen für die Sanierung des Finanzsystems festlegen." Geithner bleiben noch rund die Hälfte der 700 Milliarden Dollar, die der Kongress im Oktober bewilligt hatte.

Auch für Michael Pento, Marktstratege bei Delta Global Advisors, steht der Rettungsplan im Vordergrund. Die wichtigste Frage für ihn sei, wie der Plan genau aussehe. Für die Bilanzen und Wirtschaftsdaten der kommenden Woche zeigte sich Pento pessimistisch: "Es wird fürchterliche Nachrichten bei den Unternehmenszahlen und fürchterliche Nachrichten bei den Wirtschaftsstatistiken geben".

Auf dem Kalender der Anleger stehen am Montag der Bericht des Handelsministeriums über den Außenhandel sowie am Freitag Zahlen zum Verbrauchervertrauen. Ihre Bilanzen legen unter anderem Größen wie der Dow-Konzern Coca-Cola und der Medienriese Viacom vor.

Am Freitag konnten Berichte über den größten monatlichen Rückgang von Arbeitsplätzen in 34 Jahren die Stimmung an der Wall Street nicht trüben. So schloss der Dow-Jones-Index der Standardwerte 2,7 Prozent fester bei 8 280 Punkten, der breiter gefasste S&P-500 gewann 2,7 Prozent auf 868 Zähler, und der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg 2,9 Prozent auf 1 591 Punkte. Für die Handelswoche ergab sich damit ein Plus von 3,5 Prozent beim Dow, von 5,2 Prozent beim S&P und von 7,8 Prozent beim Nasdaq-Index.

Neben den Finanztiteln trugen vor allem Technologiewerte zu den positiven Resultaten der Indizes bei. An der Nasdaq stiegen seit Jahresbeginn die Kurse der fünf Börsengrößen Microsoft, Google, Cisco, Oracle und Apple, während der S&P gleichzeitig um 3,8 Prozent nachgab.

Doch selbst wenn sich die Rally in der kommenden Woche fortsetzen sollte, zeigen sich längst nicht alle Experten auch mittelfristig optimistisch. Das Konjunkturprogramm häufe große Schulden an, sagte Peter Boockvar, Aktienstratege bei Miller Tabak & Co. Die Investoren hegten die Hoffnung, dass die in Washington eingeleiteten Schritte zu einer Erholung in der zweiten Jahreshälfte führten. "Sie werden in den kommenden Monaten enttäuscht werden."

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