Wall-Street-Vorschau
US-Börsen geht die Luft aus

Die zurückliegende Woche lief für Anleger in US-Aktienmärkte ganz gut. Die Kursrally wird sich aber nach Meinung vieler Marktbeobachter in der kommenden Woche nicht fortsetzen. Zu stark drücken Ölpreis und Inflationsängste. Neben Konjunkturdaten steht wieder einmal das Thema Zinsen auf der Agenda.

HB NEW YORK. Am Freitag hatten die US-Börsen kaum verändert geschlossen. Für die Gesamt-Woche ergab sich aber für den Dow Jones ein Plus von 1,9 Prozent, für den S&P von 2,7 Prozent und für die Nasdaq von 3,4 Prozent. „Der Gedanke, dass der Ölpreis noch ein ganzes Stück weiter ansteigen könnte, schleicht sich wirklich langsam in die Köpfe der Investoren ein“, sagt Bucky Hellwig, Vizepräsident bei Morgan Asset Management.

Die Investmentbank Goldman Sachs hatte vor wenigen Tagen erklärt, sie gehe wegen des knappen Angebots bis zum Jahresende von weiter steigenden Ölpreisen aus. In der abgelaufenen Woche war der Preis für ein Fass (159 Liter) bis auf 127,82 Dollar geklettert und hatte damit seinen rasanten Anstieg ungebremst fortgesetzt. Im Februar hatte die Notierung erstmals die Marke von 100 Dollar übersprungen, seit Mitte Mai 2007 hat sich der Preis fast verdoppelt.

Genau beobachten werden Anleger auch Unternehmensdaten. Zwar läuft die Berichtssaison aus, doch gerade deshalb wird bei den noch anstehenden Bilanzen genau analysiert werden, wie sich steigende Kosten für Benzin und Nahrungsmittel sowie sinkende Immobilienpreise auf das Verbraucherverhalten auswirken. Erwartet werden Zahlen etwa von Target, Home Depot, Staples und Gap.

Zudem gibt es weiter Fusionsfantasien bei Tech-Firmen. Zwar werden diese derzeit nur auf kleiner Flamme geköchelt. Aber jede neue Entwicklung bei der Saga Microsoft/Yahoo könnte das Feuer anfachen. In der vergangenen Woche hatte der Investor Carl Icahn das Yahoo-Management gedrängt, Gespräche mit Microsoft über die Multi-Milliarden-Fusion wieder aufzunehmen.

Das Thema Zinsen steht am Mittwoch im Mittelpunkt. Dann wird das Protokoll der jüngsten Fed-Zinssitzung veröffentlicht. Experten werden dabei wieder versuchen, daraus die künftige Entwicklung herauszulesen. Zudem werden Reden der Notenbank-Gouverneure Donald Kohn (Dienstag), Kevin Warsh (Mittwoch) und Randall Kroszner (Donnerstag) erwartet. Führende Fed-Vertreter haben zuletzt aber mehrfach auf Inflationsgefahren verwiesen, so dass derzeit kaum ein Experte davon ausgeht, dass die Notenbank bei ihrer nächsten Sitzung im Juni den Zinssatz von derzeit 2,00 Prozent nochmals senkt. Die Fed steht vor dem Problem, dass sie den Zinssatz eigentlich weiter herunterfahren muss, um die schwächelnde Wirtschaft anzukurbeln. Eine erneute Geld-Verbilligung würde die Inflationsrate aber hochtreiben.

Die wichtigste Zahl zur aktuellen Konjunkturentwicklung wird wohl am Dienstag mit den Erzeugerpreisen für April vorgelegt. Experten erwarten dabei einen Anstieg von 0,4 Prozent, nach 1,1 Prozent im März. Ohne die schwankungsanfälligen Bereiche Energie und Lebensmittel ist ein Plus von 0,2 Prozent vorhergesagt. Vom Häusermarkt kommen am Freitag mit der Zahl bestehender Eigenheime für April frische Daten. Erwartet wird ein auf das Jahr hochgerechneter Rückgang auf 4,85 von 4,93 Millionen.

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