Warren Buffett
Orakel von Omaha sucht Zauberlehrling

Warren Buffett ist eine Legende auf den Märkten dieser Welt. Der US-Amerikaner hat mit Aktien ein Vermögen gemacht – für sich und die Anteilseigner seiner Investmentfirma. Alleine in diesem Jahr verdiente sein Unternehmen 11 Milliarden Dollar. Doch Buffett ist nicht mehr der Jüngste und sucht deshalb nach jungem Blut in seinem Management.

NEW YORK. „Ich habe vor, einen jungen Mann oder eine junge Frau anzuheuern, die mich als Chief Investment Officer bei Berkshire Hathaway ablösen kann“, schreibt der 76-jährige Buffett in seinem jährlichen Brief an die Aktionäre. Seine bisherigen Partner Charlie Munger und Lou Simpson seien zu alt, um die Investitionen des Mischkonzerns langfristig zu lenken. Sein Nachfolger als Chef des Berkshire-Imperiums soll jedoch weiterhin aus dem Kreis von drei Managern kommen, die Buffett dem Board bereits vorgeschlagen hat. Die Namen hütet der Investor jedoch wie ein Staatsgeheimnis.

Buffett äußerte sich sehr zufrieden mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr 2006. Der Überschuss stieg um fast 30 Prozent auf 11 Mrd. Dollar. „Unser wichtigster Geschäftsbereich, die Versicherungen, hatten eine gute Portion Glück: Mutter Natur war im Urlaub“, sagte der Berkshire-Chef mit Blick auf das Ausbleiben von Naturkatastrophen im vergangenen Jahr. Die Versicherungssparte meldet einen Gewinn von 3,84 Mrd. Dollar. Im Vorjahr lag der Profit auf Grund zahlreicher Versicherungsschäden nur bei mageren 53 Mill. Dollar. Insgesamt erhöhte sich das Nettovermögen des Unternehmens um 16,9 Mrd. Dollar. Das entspricht einem Plus von fast 18,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Im vierten Quartal war der Nettogewinn des Konzerns jedoch von 5,1 auf 3,6 Mrd. Dollar gesunken. Der Umsatz lag bei 26,2 Mrd. Dollar. Der Grund für den Gewinnrückgang lag aber nicht in schlechten Geschäften, sondern in einem einmaligen Ertrag aus dem Verkauf der Gillette-Beteiligung an Procter & Gamble im Vorjahreszeitraum. Dieser verzerrt das Gesamtbild.

Aktie steht über 100 000 Dollar

Die Berkshire-Aktie stieg um 24 Prozent im vergangenen Jahr und kletterte über die 100 000-Dollar-Marke – pro Papier wohlgemerkt! Einen Aktiensplit hat es seit der Gründung des Unternehmens in den 60-er Jahren nie gegeben. Der Marktwert des Unternehmens liegt heute bei 164 Mrd. Dollar, wobei der Anteil von Buffett mehr als 50 Mrd. Dollar wert ist. Der Großinvestor hatte im vergangenen Jahr erklärt, dass er den größten Teil seines Vermögens der Bill & Melinda Gates Stiftung schenken will. Nach Bill Gates ist Buffett der zweitreichste Mann der Welt.

Berkshire kontrolliert neben Versicherungen vor allem große Energieunternehmen. Auch Firmen aus Handel, Bekleidung, Gastronomie, Bau und Schmuck gehören zum Imperium. Außerdem verfügt die Gesellschaft über riesige Aktienpakete von Großkonzernen wie den Getränkemultis Coca-Cola und Anheuser-Busch.

Buffett wiederholte in seinem Aktionärsbrief seine düstere Voraussage für den US-Dollar. „Wenn sich das Handelsproblem der USA verschärft, wird sich auch der Dollar weiter abschwächen“, schreibt er. Zudem wies der Investor auf die hohe Auslandsverschuldung Amerikas hin. Ausländer würden jetzt erstmals seit 1915 mehr durch ihre Investitionen in den USA verdienen als umgekehrt. Buffett sagt voraus, dass der Schuldenberg zu einem bösen Erwachen führen werde. „Die Erwartung einer weichen Landung erscheint als Wunschdenken.“

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