Wechsel an der Spitze des Siemens-Aufsichtsrats
Börse feiert Pierer-Rücktritt

Nach monatelanger Kritik im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre legt Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer sein Amt nieder. Die Siemens-Aktie reagierte mit einem deutlichen Kurssprung. Doch nicht nur die Börsianer begrüßten den Wechsel zu Gerhard Cromme.

HB DÜSSELDORF/FRANKFURT/MÜNCHEN. Die Börse hat am Freitag mit einem kräftigen Kursanstieg der Siemens-Aktie auf den Rücktritt von Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer reagiert. Der Anteilsschein des Konzerns legte in der Spitze um rund rund vier Prozent auf über 90 Euro zu.

Positiv nahm der Handel auch die Nachricht auf, wonach alle Geschäftssparten des Siemens-Konzerns Kreisen zufolge im zweiten Quartal 2006/07 ihre Renditeziele erreichen.

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete, Siemens werde die Erwartungen der meisten Analysten übertreffen. Sogar die bisherigen Sorgensparten hätten gut abgeschnitten. Ein Siemens-Sprecher äußerte sich nicht zu dem Bericht.

Aktionärsschützer bezeichneten die Ankündigung von Pierers, sein Amt am 25. April zur Verfügung zu stellen, als konsequent. Allerdings hätte der Manager schon früher erkennen können, dass er als ehemaliger Vorstandschef des Konzerns an der Aufklärung der Affären nicht mitarbeiten könne, meinte Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

„Er war in wichtigen Fragen nicht mehr handlungsfähig, insofern ist der Rücktritt nur konsequent“, sagte Kurz. „Pierer zieht Konsequenzen, bevor das Ansehen seiner Person und Siemens weiter beschädigt werden.“ Die geplante Berufung des ThyssenKrupp-Aufsichtsratschefs Gerhard Cromme an die Spitze des Siemens-Kontrollgremiums nannte Kurz folgerichtig. Cromme sei als Chef des Prüfungsausschusses praktisch ein „natürlicher Nachfolger“.

Analysten sind positiv gestimmt und raten beim Anteilsschein des Konzerns mehrheitlich zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt derzeit bei über 92 Euro.

So hat beispielsweise die BHF-Bank die Einschätzung für die Aktie vor Zahlen für das zweite Quartal 2007 von "Buy" auf "Strong Buy" erhöht und das Kursziel von 92 auf 99 Euro angehoben. Wie Analyst Jochen Klusmann in einer Studie vom Mittwoch schreibt, rechnet er mit einem extrem starken Quartal. Zudem dürfte der Technologiekonzern sein neues "Fit4More" Programm vorstellen, in dem sich Siemens ambitionierte Margenziele setze. Das Sentiment für die Aktie sollte sich nach einer ungünstigen Berichterstattung und einer Serie negativer Nachrichten nun dramatisch drehen.

Die Experten der Hypo-Vereinsbank bestätigten am Freitag ihre "Buy"-Einstufung und das Kursziel von 92 Euro für die Siemens-Aktie. Auch Analysten der UBS bekräftigen ihre Kaufempfehlung, nachdem von Pierer seinen Rücktritt angekündigt hat. Das Kursziel wird weiter bei 101 Euro gesehen. Nach Überzeugung der UBS-Experten wird der Konzern seine strategische Neuausrichtung unter dem Vorstandsvorsitzenden Klaus Kleinfeld und Finanzvorstand Joe Kaeser fortsetzen.

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