Weg für Zwangsabfindung frei
SAP SI verschwindet vom Kurszettel

Der Softwarekonzern SAP kann seine Pläne für eine vollständige Integration seiner Dienstleistungstochter SAP SI im zweiten Anlauf umsetzen. Wie der Softwarekonzern am Dienstag bekannt gab, hält SAP mittlerweile 95,05 Prozent der Anteile an SAP SI.

FRANKFURT. Damit ist der Weg frei für die Zwangsabfindung (Squeeze-out) der übrigen Aktionäre des ehemals am Neuen Markt notierten Unternehmens.

„Ich rechne damit, dass wir zeitnah ein Squeeze-out-Verfahren einleiten werden“, sagte Henning Kagermann, Vorstandssprecher der SAP AG.

Laut Aktiengesetz kann ein Hauptaktionär, der mindestens 95 Prozent des Grundkapitals einer Gesellschaft hält, die verbleibenden Mitaktionäre gegen deren Willen im Rahmen eines so genannten Squeeze-Out-Verfahrens aus der Gesellschaft herauskaufen.

Im ersten Anlauf war SAP im vergangenen Jahr mit einem Abfindungsangebot von 20,40 Euro kurz vor dieser Hürde mit 94,3 Prozent der Anteile gescheitert. Ende Oktober hatte SAP das freiwillige Abfindungsangebot an die verbliebenen SAP-SI-Anteilseigner auf 39,90 Euro fast verdoppelt. Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hatte im Auftrag von SAP SI eine Unternehmensbewertung ausgeführt und dabei einen Wert von 19,57 Euro pro SAP-SI-Aktie ermittelt. Das verbesserte Angebot hat offensichtlich manche der restlichen Aktionäre überzeugt. Das Angebot läuft noch bis zum 14. Dezember.

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) rät den verbliebenen Aktionären, das Angebot anzunehmen oder ihre Anteile schnellstmöglich über die Börse zu verkaufen. „Das Angebot ist mehr als fair“, sagte eine Sprecherin der SdK.

Das 1997 als Gemeinschaftsunternehmen von SAP und der Darmstädter Software AG gegründete Beratungsunternehmen soll auf SAP verschmolzen werden. Mit rund 1 800 Mitarbeitern ist der IT-Dienstleister auf die Beratung und Einführung von SAP Software spezialisiert.

SAP hatte die geplante Integration damit begründet, dass die Mitarbeiter der Tochter in der Praxis die gleichen Wartungs- und Dienstleistungsaufgaben wie SAP-Beschäftigte erfüllten.

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