Weiter starke Volatilität
Dax-Ausblick: "Bad Bank" schürt Hoffnungen

Die Aktienkurse dürften in der kommenden Woche weiter stark schwanken. Davon gehen viele Marktbeobachter aus. Sollten die USA nun damit beginnen, in einer "Bad Bank" Schrottpapiere einzusammeln, könnte dies zumindest unter den Finanzwerten für Wirbel sorgen. Aktienstrategen warnen jedoch vor zu viel Euphorie.

HB FRANKFURT. Bereits an diesem Freitag haben Bankaktien im Dax auf Spekulationen reagiert, die US-Regierung könnte bereits nächste Woche damit beginnen, Stammaktien von Unternehmen und insbesondere von Banken zu kaufen. Hoffnungen darauf hätten auch deutsche Finanztitel gestützt, sagten Börsianer. "Es gibt die vage Spekulation, dass auch in Deutschland eine Bad Bank kommt", sagte ein Händler. Ein solches Institut könnte den Geschäftsbanken faule Kredite und Wertpapiere abnehmen, damit diese ihre Bilanzen bereinigen können.

Die Hoffnungen zielen darauf, dass sich der Finanzsektor stabilisieren könnte. "Man würde so dem Bankensektor allmählich wieder vertrauen können, so dass die Kreditvergabe wieder in Gang käme", erklärte Analyst Joost van Leenders von Fortis Investment. In der Tat laufen Gespräche auf hoher politischer Ebene zum Banken-Rettungsschirm. Doch warnen die Marktbeobachter vor allzu großer Euphorie.

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Zum einen wurden bereits am Freitag Morgen die Erwartungen gedämpft. Wie das Handelsblatt erfuhr, steht nicht mehr eine zentrale staatliche Auffanggesellschaft für besonders riskante Wertpapiere im Mittelpunkt der Gespräche, sondern die Einrichtung von einzelnen "Bad Banks" jeweils innerhalb der angeschlagenen Kreditinstitute.

Zum anderen zweifeln viele Beobachter daran, dass eine Lösung welcher Art auch immer den Kursen nachhaltige Impulse gibt. Eine mögliche Euphorie könne schnell vorbei sein. "Eine ausgeprägte Kurserholung infolge der Stabilisierung des Finanzsektors ist zwar möglich, aber sehr unwahrscheinlich", sagen die Aktienstrategen von Fortis. "Belastungsfaktoren wie der weltweite Schuldenabbau, die immer schwächere Konjunktur und die abnehmenden Unternehmensgewinne mahnen bei Aktien zur Vorsicht."

Auch die Börsenexperten des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger äußern sich skeptisch. Dass bereits die Aussicht auf Gründung einer "Bad Bank" in den USA europaweit die Finanzwerte belebte, bewerten die Experten als irrationale Reaktion der Märkte. "Aber es ist eine Illusion zu glauben, dass eine Rezession mit Gründung einer Bank, die toxische Wertpapiere aufnimmt, beendet ist. Insofern werden der kurzfristigen Euphorie auch dementsprechende Rückschläge folgen", prognostizieren die Beobachter in ihrer aktuellen "Marktmeinung aus Stuttgart".

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