Weiter volatile Märkte
Dax-Ausblick: Nahost-Krise belastet Börsen

Der Nahost-Konflikt, der hohe Ölpreis und die Angst vor einer Abschwächung der US-Konjunktur könnten die Stimmung am deutschen Aktienmarkt in der kommenden Woche trüben. Selbst Effekte durch positiv ausfallende Geschäftsberichte dürften verpuffen. Börsianer erwarten beim Dax daher wenig Veränderung, Pessimisten gar einen weiteren Rückgang der Kurse.

HB FRANKFURT. „Der Markt wird in der kommenden Woche wohl keine großen Sprünge machen. Ihm fehlt im Moment einfach die Kraft“, sagt Marktstratege Markus Reinwand von der Helaba. Kai Stefani von der Fondsgesellschaft Dit ist ähnlicher Meinung: „Es gibt nichts, was den Markt beflügeln könnte.“ Die bisher recht guten Geschäftsberichte würden überschattet von den weltpolitischen Ereignissen. „In der jüngsten Zeit ist wieder klar geworden, dass die Welt nicht sicherer geworden ist, und das drückt die Stimmung.“

Die Börsenexperten des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger sehen neben diesen Belastungsfaktoren noch weitere Bremsklötze: „Die Anleger haben im Hinblick auf die konjunkturelle Entwicklung mit erheblichen Risiken zu rechnen“, schreiben die Analysten in ihrer aktuellen „Marktmeinung aus Stuttgart“. Auch der weiter steigende Ölpreis und wachsende Risiken, dass die US-Konjunkur erlahmen könnte, würden die Märkte belasten. Gerade für deutsche Anleger sei dies „angesichts der steuerlichen Belastung ab 2007“ ein „schwieriges Umfeld“.

„Kann der Dax seine Unterstützungslinie von 5 350 Punkten halten oder nähert er sogar noch der Linie bei 5 170 Punkten an?“ fragen die Beobachter vor diesem Hintergrund. Nach den Indikatoren sei ein solcher weiterer Abstieg durchaus möglich. Die optimistische Einstellung unter den Anlegern ist in den vergangenen Tagen auch nach Beobachtung anderer Experten einer pessimistischeren Sicht gewichen. Eine aktuelle Sentimentanalyse des Daytradebrokers ClickOptions kommt jedenfalls zu dem Ergebnis. Die Investoren würden „derzeit eine weitere Talfahrt des Dax“ erwarten.

In dieser Woche gewann der Dax rund 1,5 Prozent, nachdem er in der Vorwoche mehr als vier Prozent eingebüßt hatte. Am Freitag gaben indes die Kurse teils kräftig nach. Der Ölpreis bewegt sich weiter auf hohem Niveau. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent kletterte sogar auf ein Rekordhoch von 78,18 Dollar. Vor allem die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten beunruhigte die Anleger. Seit mehr als einer Woche dauern die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz inzwischen an.

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