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Dow Jones nimmt Anlauf auf Rekord

In dieser Woche wird der Börsenindex Dow Jones einen neuen Anlauf nehmen, um seinen bisherigen Höchststand aus dem Jahr 2000 zu übertreffen. Zweimal war der Dow vergangene Woche bereits kurz über seine bisherige Rekordmarke von 11 722 Punkte gestiegen, konnte diesen Stand aber nicht bis zum Schlussgong halten. Bemerkenswert ist der Höhenflug schon jetzt.

NEW YORK. Dennoch beendete der Leitindex der Börsenwelt das dritte Quartal mit einem Zugewinn von mehr als vier Prozent. Das ist das beste Ergebnis für die Sommermonate seit über zehn Jahren.

Der Höhenflug der Börsen ist umso bemerkenswerter, weil das wirtschaftliche Umfeld eher auf härtere Zeiten hindeutet. So hat sich die Konjunktur in den USA spürbar abgekühlt. Das Wirtschaftswachstum betrug zuletzt nur noch 2,6 Prozent, und ein Einbruch auf dem Immobilienmarkt könnte die Rate im kommenden Jahr weiter nach unten drücken. Die kurzfristigen Zinsen sind in den vergangenen zwei Jahren kontinuierlich gestiegen und haben die Wachstumsmöglichkeiten der Wirtschaft begrenzt. Angesichts dieser Vorzeichen werden auch die Unternehmen ihre bisherigen Rekordgewinne kaum noch steigern können.

Die Börsianer blicken auf die Konjunkturdaten jedoch aus einem anderen Blickwinkel und kommen deshalb auch zu einem anderen Schluss. „Jeder der an Goldilocks glaubt, hat jetzt einen guten Grund dazu“, sagte Michael Panzner, Vize-Präsident bei der Investmentgesellschaft Collins Stewart in New York der Nachrichtenagentur Bloomberg. Unter dem Begriff „Goldilocks“ verstehen die Fachleute eine Wirtschaft, die weder zu heiß noch zu kalt ist.

Die Börsianer sehen in der konjunkturellen Abkühlung weniger die Gefahr einer Rezession als vielmehr die Vorbereitung für eine „weiche Landung“ der Wirtschaft. Danach haben die 17 Zinserhöhungen der US-Notenbank das Wachstum soweit gebremst, dass es nicht zu einer inflationären Überhitzung kommen konnte. „Wenn die Zeichen für Inflation, Wachstum und Zinsen gut sind, ist das eine ideales Klima für den Aktienmarkt“, sagte Stratege Panzner.

Gestützt wird der Optimismus der Börsianer noch durch den deutlichen Rückgang der Ölpreise und die extrem niedrigen langfristigen Zinsen. Die Tatsache, dass die langfristigen Kreditkosten deutlich unter den Renditen am kurzen Ende liegen, macht zwar vielen Ökonomen Sorge – war eine inverse Zinskurve doch häufig der Vorbote für eine Rezession. Die Aktienhändler sehen darin jedoch eher eine zusätzliche Stimulierung für die Wirtschaft. Finanzieren sich doch die meisten Unternehmen am langfristigen Kreditmarkt.

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